NRW-WAHL: Großer Erfolg für die FDP mit Lindner [1:10]

NRW-WAHL: Großer Erfolg für die FDP mit Lindner [1:10]

Angesichts der vor dem Wahltag geringen Chancen auf eine schwarz-gelbe Koalition in Nordrhein-Westfalen war der FDP-Chef nicht wirklich darauf vorbereitet, zwischen Regierungsauftrag und selbstverordneter Eigenständigkeit entscheiden zu müssen. Entsprechend äußerte sich Lindner in einer Videobotschaft beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Eine kleine Szene am Wahlabend in Düsseldorf illustrierte das enorm gestiegene Selbstbewusstsein der Liberalen: "Wir sind nicht der Wunschpartner von Herrn Laschet, und er ist nicht unser Wunschpartner", erklärte Lindner vor den laufenden Kameras der "Tagesschau" im Beisein des CDU-Wahlsiegers Armin Laschet. Schon vorher hatte er ja betont, mit seiner FDP kein "Hilfstrupp" mehr sein zu wollen. Aber er will die FDP im September auch zurück in den Bundestag bringen - und dann in Berlin bleiben, möglicherweise als Juniorpartner von Angela Merkel.

Vier Jahre waren die Liberalen auf Bundesebene jetzt in der außerparlamentarischen Opposition. Der 38-Jährige hat schließlich noch was vor in seinem politischen Leben.

Mit 12,6 Prozent erzielt die FDP in Nordrhein-Westfalen ein sehr gutes Ergebnis. "Wenn es nach uns ginge, könnten übermorgen schon Bundestagswahlen sein", scherzt ein Mitarbeiter aus dem Lindner-Umfeld. Sie entscheidet vor Ort, welche Konstellation geht und welche nicht. Die Nordrhein-Westfalen wussten, dass sie Lindner loswerden, wenn er erfolgreich sein sollte und der kaum bekannte Joachim Stamp das Ruder der Landtagsfraktion übernehmen würde. "Es könnte sein, dass es eine schwarz-gelbe Mehrheit gibt". Nur im Falle eines "echten Politikwechsels" werde seine Partei in eine Koalition mit Laschets CDU eintreten, sagt Lindner, der habe ja schließlich auch Wahlkampf gegen die FPD gemacht. Er will Inhalte durchsetzen und weiß, dass die bloße Rückkehr an die Regierung die alten Vorurteile wieder aufwärmen würde, wonach es die Liberalen eigentlich immer nur auf Ministersessel drängt.

Jetzt kann Christian Lindner ein wenig den Gerhard Schröder geben. In der konstituierenden Fraktionssitzung sei er bei der geheimen Abstimmung einstimmig gewählt worden, teilte eine Parteisprecherin am Montag mit.

Ein Land im Dauerstau (dem Porsche-Fan Lindner ein Graus), marode Schulgebäude, magere Wirtschaftswerte: Die Stillstands-Rhetorik der FDP traf den Nerv vieler NRW-Bürger. Kurz zuvor hatte er seinen jubelnden Anhängern in Düsseldorf dafür gedankt, dass die FDP wahrscheinlich das beste Ergebnis aller Zeiten in dem Bundesland geholt habe. In Schleswig-Holstein legten sie vor zwei Wochen deutlich auf 11,5 Prozent zu, in NRW folgte nun das Rekordergebnis - und mit der wachsenden Wahrscheinlichkeit, dass die Linke es nicht ins Parlament schaffen würde, kam am Abend sogar die Regierungsoption Schwarz-Gelb hinzu. Das klingt nicht so, als wollte er in den kommenden Monaten Koalitionsverhandlungen in Düsseldorf führen.

Related:

Comments

Latest news

Abgas-Skandal: EU-Kommission geht nun auch gegen Italien vor
Delrio hatte in den vergangenen Monaten mehrfach betont, dass italienische Tests keine Unregelmäßigkeiten gezeigt hätten. Diese schaltet die Abgasreinigung demnach nach 22 Minuten ab, amtliche Tests dauern rund 20 Minuten.

Internet USA: Nutzer melden erneut Störungen bei WhatsApp
Auch aus Brasilien, den USA und Mexiko kommen verstärkt Meldungen über Ausfälle der Messenger-App. Vereinzelte Meldungen kommen aber auch aus dem Nahen Osten sowie Indien, China oder Russland.

Stadler soll bis 2022 Audi-Chef bleiben
Stadler wurde 2003 Audi-Finanzvorstand, seit 2007 ist er Vorstandschef der VW-Tochter. Trotz Dieselskandal sitzt Rupert Stadler bei Audi offenbar weiter fest im Sattel.

SPD und Schulz rutschen weiter ins Umfragetief
Allerdings sind 24 Prozent der Befragten noch unentschlossen oder wollen nicht wählen gehen. Die CDU/CSU hingegen legte im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte zu auf 38 Prozent.

Münchner Stadtrat entscheidet über Preisdiktat für Wiesnbier
Schmids Vorschläge drehen sich um die Finanzierung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen wegen der Terrorgefahr . Auch dem Vorschlag über einen Tag Verlängerung des Volksfestes verweigerten die Stadträte ihre Zustimmung.

Other news