Deutsche Börse Hauptversammlung: Carsten Kengeter wehrt sich gegen Vorwürfe

Deutsche Börse Hauptversammlung: Carsten Kengeter wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Deutsche Börse hatte zusammen mit der London Stock Exchange (LSE) einen internationalen Branchenriesen schmieden wollen. Die Deutsche Börse wolle ihr Angebot in verschiedenen Anlageklassen ausbauen.

Die Aktionäre der Deutschen Börse haben sich trotz der geplatzten Fusion mit der London Stock Exchange größtenteils hinter Vorstandschef Carsten Kengeter gestellt. Auch die Ermittlungen gegen Kengeter, der kurz vor Bekanntwerden der Fusionsgespräche im Dezember 2015 für 4,5 Millionen Euro Aktien des Unternehmens gekauft hatte, waren keine Überraschung - auch wenn sich der Zorn der Aktionärssprecher mehr darauf konzentrierte als auf die geplatzte Fusion. Sein Kollege von der Verbraucherzentrale für Kapitalanleger (VzfK) forderte einen Rücktritt Kengeters.

Kengeter verweist indes darauf, dass der Aufsichtsrat das Vergütungsprogramm entwickelt und einen engen Rahmen für die Teilnahme daran festgelegt habe. Auch wenn die Entlastung nach gängiger Meinung schon vorab als eingetütet galt, die Zukunft Kengeters ist es nicht: Sein Dreijahresvertrag läuft noch bis 31. März 2018.

Aufsichtsratschef Faber stellte sich ausdrücklich hinter Kengeter und verteidigte die Entscheidung, den früheren Investmentbanker vor zwei Jahren zum Börsenchef gemacht zu haben.

"Wir sind auch allein stark", sagt Kengeter. Er sei sicher, dass sich die Vorwürfe nach eingehender Prüfung als unbegründet erweisen werden.

Zuvor war deutliche Kritik laut geworden, dass das Risiko eines Brexit in den Fusionsverhandlungen unterschätzt worden sei. "Wie dilettantisch muss man sein zu glauben, man könne im Brexit-Fall gegebenenfalls wichtige Eckpunkte noch nachverhandeln?" "Da gibt es nicht sehr viele Kandidaten auf der Welt", führte Faber aus. Aus ihrer Sicht müsste Kengeter nur abtreten, wenn die Staatsanwalt im Insider-Verfahren Anklage gegen ihn erheben würde. Faber wurde mit 87 Prozent der Stimmen entlastet.

Nach dem Scheitern will die Deutsche Börse nun ihr Angebot im Handel und im Datengeschäft ausbauen. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er damals bereits über einen Zusammenschluss mit der LSE verhandelte. "Aber das bedeutet nicht das Aus für Übernahmen, Partnerschaften und Beteiligungen überhaupt".

"Das ist ja eine recht trockene Veranstaltung", kommentiert eine Kleinaktionärin die Hauptversammlung der Deutschen Börse am Mittwoch in der Jahrhunderthalle. Kengeter hat 2015 Ansprüche auf Zahlungen erhalten, deren Höhe von der Unternehmensentwicklung in den kommenden Jahren abhängt. Die darin enthaltene Rückabwicklung sei mit etwa einer Million Euro zu Buche geschlagen.

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