Handy-Entzug durch Lehrer verletzt keine Grundrechte

Symbolbild

Schon ältere Grundschüler kommunizieren in Klassen-Chats, ohne sozialen Netzwerke wie Snapchat oder Instagram, in denen sie sich selbst inszenieren, können viele fast nicht mehr auskommen. Ständig chatten sie, schauen sich Filmchen an oder spielen Computergames. Mitunter dürfen Schüler immerhin noch in ausgewählten "Handy-Inseln" ihr Smartphone nutzen. Tagelang bleibt das Lieblingsspielzeug vieler Jugendlicher dann im Schulsafe - oder auch mal übers Wochenende. Sie stellten klar, dass die vom Schüler beklagte plötzliche Unerreichbarkeit per Telefon keine unzumutbare Beeinträchtigung seiner Grundrechte darstelle. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht festgestellt.

Nimmt ein Lehrer einem Schüler das Mobiltelefon über mehrere Tage weg, verletzt er nicht die Grundrechten des Schülers.

Daraufhin klagten der Schüler und seine Eltern. Schließlich liege hierin auch kein schwerwiegender Grundrechtseingriff. Die Eltern traten der Klage ihres Sohns bei, denn der Lehrer habe unzulässig in ihr Erziehungsrecht eingegriffen. "Es ist sehr bedenklich, wie viel problematische Inhalte im Internet zu finden sind, auch Verunglimpfungen der Schüler untereinander". Oder weil an der Schule ein Handy-Verbot gilt. Und zwar am Grünen Campus Malchow, einer Gemeinschaftsschule ganz im Norden des Bezirks Lichtenberg. Der konkrete Anlass für diese Feststellung: Ein Pädagoge einer Berliner Schule hatte einem Schüler ein störendes Handy weggenommen und über das Wochenende einbehalten - rechtmäßig, wie nun das Berliner Verwaltungsgericht entschied. Der Schüler hingegen gab an, dass das Mobiltelefon lediglich in seiner Hosentasche vibriert habe. Jedenfalls nahm ihm der Klassenleiter das Handy ab. Der stellvertretende Schulleiter behielt das Gerät über das Wochenende ein.

Ein Wochenende ohne Mobiltelefon zu überleben ist möglich. Erst am folgenden Montag durfte die Mutter des Jungen das Gerät im Schulsekretariat wieder abholen. Das nervte sie offenbar gewaltig. Außerdem sei er "plötzlich unerreichbar" gewesen.

Allerdings verließ der Schüler inzwischen die Schule.

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