Nach Fusions-Aus: Deutsche Börse kämpft um Vertrauen

Frankfurter Wertpapierbörse Quelle über dts Nachrichtenagentur

"Wir sind davon überzeugt, mit dieser geschärften Strategie den Wachstumspfand weiter zu gehen, auf dem wir uns bereits vor dem geplanten Zusammenschluss befunden haben", sagte Vorstandschef Carsten Kengeter am Mittwoch laut Redetext auf der Hauptversammlung.

Frankfurt/Main. Eine geplatzte Fusion und Insidervorwürfe gegen Konzernchef Carsten Kengeter - für Zündstoff ist gesorgt bei der Hauptversammlung der Deutschen Börse heute in Frankfurt.

Aufsichtsratschef Faber stellte sich ausdrücklich hinter Kengeter und verteidigte die Entscheidung, den früheren Investmentbanker vor zwei Jahren zum Börsenchef gemacht zu haben. Auch wenn die Entlastung nach gängiger Meinung schon vorab als eingetütet galt, die Zukunft Kengeters ist es nicht: Sein Dreijahresvertrag läuft noch bis 31. März 2018. Im Februar 2015 habe die Deutsche Börse die Kanzlei Noerr damit beauftragt zu untersuchen, ob der Erwerb der Aktien am 14. Dezember 2015 im Gesamtvolumen von 4,5 Millionen Euro unter Insiderhandel falle, führt Faber aus. Das Projekt ist mittlerweile geplatzt. Die Deutsche Börse war dieses Jahr endgültig damit gescheitert, mit der Londoner Börse zu fusionieren. "Wie blauäugig kann man nur sein zu glauben, die deutsche Börsenaufsicht werde im Brexit-Fall einen Unternehmenssitz außerhalb der EU erlauben?", fragte der DSW-Sprecher. "Das hat mich persönlich sehr getroffen", sagte der Manager vor Aktionären des Dax-Konzerns. "Insiderhandel widerspricht allem, wofür ich stehe". "Ich bin sicher, dass sich die Vorwürfe nach eingehender Prüfung als unbegründet erweisen werden", sagte Kengeter, und Faber bekräftigte, dass sich der Aufsichtsrat "sorgfältig und intensiv" mit dem Thema befasst habe. Freuen dürfen sich die Aktionäre auf einen Geldsegen in Form eines Aktienrückkaufs: Im zweiten Halbjahr will die Deutsche Börse ein Programm im Volumen von rund 200 Millionen Euro auflegen.

Nach dem Scheitern will die Deutsche Börse nun ihr Angebot im Handel und im Datengeschäft ausbauen.

Frankfurt - Die Führungsgremien der Deutschen Börse mussten sich auf dem Aktionärstreffen in der Frankfurter Jahrhunderthalle viel Kritik anhören. Kengeter nannte Energie, Devisen, Unternehmensanleihen und Rohstoffe: "Wir bauen den Handel und das Clearing von Derivaten deutlich aus". Zulegen will Kengeter auch im Daten- und Indexgeschäft. Bei einem erfolgreichen Abschluss der Fusion hätte sich die Rechnung auf 150 Millionen Euro belaufen, hatte Finanzchef Gregor Pottmeyer zu Jahresbeginn geschätzt. "Daten sind das Öl im Getriebe der Digitalisierung".

Auch Zukäufe will Kengeter weiter im Blick behalten. "Aber das bedeutet nicht das Aus für Übernahmen, Partnerschaften und Beteiligungen überhaupt".

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