Quartalszahlen-Desaster für Snapchat

Die Firma hinter der populären Foto-App Snapchat hatte enttäuschende erste Quartalszahlen präsentiert und damit im vorbörslichen Handel auf einen Schlag mehr als ein Fünftel ihres Börsenwerts verloren. Nach der ersten Bilanzvorlage stürzte die Aktie zunächst ab. Anleger drückten die Aktie der Snap Inc. Doch auch beim Wachstum von Nutzerzahl und Umsatz verfehlte Snap die Analysten-Prognosen. Einige sehen darin einen ernstzunehmenden Konkurrenten für die Online-Plattform Facebook, andere rechnen Snapchat kaum Chancen aus gegenüber Facebook mit seinen fast zwei Milliarden Nutzern. Nachbörslich in New York notierte die Aktie am Donnerstag bei 17,68 Dollar und lag damit nur noch knapp über dem Ausgabepreis von 17 Dollar.

Erster Quartalsbericht und ein Milliardenverlust - aber mehr noch schockt Snap (chat)-Chef Evan Spiegel die Börse mit stagnierenden Nutzerzahlen. Damit ging die seit Herbst andauernde Flaute beim Zustrom neuer Nutzer weiter.

Die steile Wachstumskurve knickte ein, als Facebook anfing, in großem Stil Elemente von Snapchat zu kopieren - wie etwa die "Stories"-Funktion, bei der Nutzer für 24 Stunden Bilder mit ihren Freunden teilen können". Mark Zuckerberg ließ jüngst die Story-Funktion - die Kernfunktion von Snapchat, bei der sich Fotos und Videos kreativ bearbeiten und anschließend in einer sich von selbst löschenden Slideshow zusammenstellen lassen - in seine Apps Facebook, Instagram und Whatsapp integrieren. Instagram legt auch ein ganz anderes Wachstumstempo vor: Die App gewann zwischen Dezember 2016 und April dieses Jahres 100 Millionen Nutzer hinzu und kommt jetzt auf 700 Millionen. Snap hat sich verpflichtet, während der nächsten fünf Jahre für 2 Milliarden Dollar Leistungen von Google-Cloud und für 1 Milliarde Dollar von Amazon zu beziehen.

Insofern klingt es schon ein bisschen hochmütig, wenn Spiegel folgenden Vergleich zieht: Wenn Yahoo ein Eingabefeld für eine Suche habe, werde es damit auch nicht zu Google.

Enttäuscht reagierten die Analysten aber vor allem auf den Umsatz von 149,6 Millionen Dollar.

Snap macht Geld vor allem mit Werbung.

Einen Kurssturz nach dem Börsengang hatte einst auch Facebook erlebt. Davon gehen allerdings zwei Milliarden auf eine einmalige Belastung der Bilanz durch Aktienoptionen im Zuge des Börsengangs zurück. Snap war Anfang März mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar an die Börse gegangen.

Der Aktienkurs gab nach Bekanntgabe der Zahlen zeitweise um 20 Prozent nach.

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