Trumps Politik-Chaos lässt Dax taumeln

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes

Zusammen mit einer weiter nachgebenden Wall Street ist auch der Dax DE0008469008 am Mittwochnachmittag tiefer ins Minus gerutscht. Auch auf dem Parkett in Frankfurt ist man verunsichert. Die Aktien des Börsenbetreibers gaben um 1,44 Prozent nach.

Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) sackte um 1,57 Prozent ab auf 3584,83 Punkte. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,08 Prozent auf 141,18 Punkte.

Damit könnte der Reflations-Trade an der Wall Street seinen größten Verbündeten verlieren, ausgerechnet in einer Zeit, in der die Notenbank verspricht, die Zinszügel anzuziehen und die Bilanzen verkleinern zu wollen und die Wachstumsdaten nicht mehr eindeutig positiv sind. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex noch einen neuen Höchststand bei 12 841 Punkten markiert. Im laufenden Jahr ist dies sein bislang größter Tagesverlust. Konnte sich der DAX am Vormittag noch ganz gut halten, ging es mit einer sehr schwachen Eröffnung der US-Börsen weiter bergab, der Index fällt unter 12.600 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,24 Prozent auf 2226,12 Punkte abwärts.

Trump werde immer stärker zu einer Belastung für die Aktienmärkte, sagte Analyst Gregor Kuhn vom Handelshaus IG Markets, während Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets das Politik-Chaos in Washington als Stimmungskiller bezeichnete. Das dominierende Angst-Thema nicht nur am deutschen Aktienmarkt sei eine starke Korrektur an der Wall Street, so Stanzl.

Angeblich soll Trump den ehemaligen FBI-Chef James Comey gebeten haben, die Ermittlungen gegen seinen früheren nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Mit dem zunehmenden Druck auf den Präsidenten verringere sich nun die Chance, dass die Steuerreform in naher Zukunft umgesetzt werde, sagten Händler. Nicht zuletzt die Aussicht auf ein staatliches Konjunkturprogramm in den Vereinigten Staaten hatte die Börsen lange befeuert. Im Dax sackten die Titel der Deutschen Bank (Deutsche Bank) als Index-Schlusslicht um 3,49 Prozent ab. Dies lag in erster Linie aber daran, dass mehrere Branchenunternehmen ihre Dividendenzahlung für 2016 veranlasst hatten und die jeweiligen Aktien am Mittwoch mit einem entsprechenden Abschlag gehandelt wurden. Die Papiere des Industriekonzerns Thyssenkrupp waren mit plus 3,69 Prozent Top-Wert im Dax.

Der Euro wurde von den politischen Turbulenzen in Amerika bis über 1,11 Dollar getrieben. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1117 (Dienstag: 1,1059) US-Dollar festgesetzt.

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