Wikileaks-Informantin Chelsea Manning nach fast sieben Jahren Militärhaft frei

Haftenlassung für Chelsea Manning

Die Informantin der Aufdeckerplattform WikiLeaks, Chelsea Manning, ist nach sieben Jahren frei.

Nach sieben Jahren Haft kommt die frühere Wikileaks-Informantin Chelsea Manning heute auf freien Fuß. Nicht nur das Video spielte Manning Wikileaks zu, auch rund 250 000 vertrauliche Depeschen, in denen amerikanische Diplomaten beschrieben, wie sie über die Politiker ihrer Gastländer dachten. Jetzt ist sie da. 2013 war Manning wegen Spionage zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt worden. Von Mannings Anwälten und der US-Army hieß es zuvor, man werde aus Sicherheitsgründen nicht sagen, wann und wie Manning freigelassen wird. "Diese war viel zu lang, zu schwer und zu drakonisch". "Ich kann nicht abwarten, sie zu treffen", twitterte Assange schon am Dienstag (16. Mai). Was dann folgte, zeugt von einer langen Leidenszeit: Zunächst saß Manning in Isolationshaft in einem Militärgefängnis in Kuwait, dann in einer Einzelzelle auf dem Stützpunkt Quantico im US-Bundesstaat Virginia - wegen angeblicher Selbstmordgefahr wurde ihm sämtliche Kleidung abgenommen, alle fünf Minuten musste er die Frage "Are you ok?" positiv beantworten.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte Manning ein Foto, das ihre Füsse in Turnschuhen zeigt, offenbar als Symbol für die ersten Schritte in Freiheit gemeint. Die Untersuchungshaft seit der Festnahme 2010 war ihr angerechnet worden.

Während ihrer Haft unternahm Manning mehrere Suizid-Versuche.

Washington. Ihre Enthüllungen enthielten Details über die US-Einsätze im Irak und Afghanistan. Manning erhielt dafür international mehrere Menschenrechtspreise.

Julian Assange hält sich seit Juni 2012 in der Botschaft Ecuadors in London auf, um einer Auslieferung an Schweden im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs zu entgehen - und letztendlich auch einer Überstellung an die USA. Ob dies rechtlich möglich wäre, ist strittig.

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