Bericht: Hinweise auf rechtes Netzwerk an Bundeswehr-Universität München

Das beigefarbene Gebäude liegt hinter einem Zaun. Links davon am Eingang zu dem Gelände sind drei orangefarbene Stelen zu sehen auf einer steht

München - Die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagsausgabe) berichtet unter Berufung auf eigene Recherchen, es gebe zahlreiche Verbindungen zwischen Studenten und Absolventen der Universität zur rechtsextremen sogenannten Identitären Verbindung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Wie laut SZ aus dem Verteidigungsausschuss des Bundestages verlautete, überprüft der Militärische Abschirmdienst (MAD) derzeit vier Studenten der Münchner Bundeswehr-Universität wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus.

Gibt es an der Bundeswehr-Universität in München seit Jahren ein rechtsextremes Netzwerk? Die Identitäre Bewegung wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Franco A. und sein mutmaßlicher Komplize Maximilian T. haben an der Münchener Bundeswehr-Uni in Neubiberg studiert.

Insgesamt überprüft der MAD derzeit 284 Rechtsextremismus-Verdachtsfälle in der Truppe, darunter finden sich insgesamt auch elf Studenten. Er wird verdächtigt, gemeinsam mit einem weiteren Soldaten und einem Studenten aus Offenbach Anschläge auf Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geplant zu haben. Die Gruppe ist insbesondere im Internet aktiv, mache aber zunehmend aber auch durch fremdenfeindliche Aktionen auf der Straße auf sich aufmerksam.

In Bayern ist der Oberleutnant Felix S. für die Bewegung aktiv. Mit zwei Kameraden habe er die Studentenzeitschrift der Bundeswehrhochschule zur Plattform für rechte Thesen umfunktioniert.

Bereits 2011 sei S. mit rechtem Gedankengut aufgefallen.

Zudem soll er für eine Denkfabrik der "Neuen Rechten" Beiträge publiziert haben. Dort schreibt er etwa über eine seiner Meinung nach voranschreitende "Staatsverrottung" und von der "Wesensferne von Soldat und Zivil-Gesellschaft".

Felix S. verbarg seine politische Gesinnung nicht vor seinem Arbeitgeber. Zusammen mit seinen Neubiberger Mitstreitern veröffentlichte S. einen von der Stiftung des Deutschen Bundeswehrverbandes unterstützten Sammelband zum "Soldatentum". Laut "Süddeutscher Zeitung" wollten sich weder die Hochschule noch der MAD zu den Vorwürfen äußern.

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