Cyber-Angriff: Microsoft erhebt Vorwürfe gegen Regierung

"Es gibt keinen zentralen Server", sagte der Sprecher. Betroffen von dem Cyberangriff waren teilweise auch die Videoüberwachung an Bahnhöfen sowie vereinzelt Fahrkartenautomaten.

Derzeit ist noch unklar, wie stark die Attacke Computer in Deutschland getroffen hat.

Die erpresserische Schadsoftware mit dem Namen "WannaCry" hatte sich über das Wochenende auf mehr als 200.000 Ziele in über 150 Ländern verbreitet. Benutzer von Windows XP sollten dringend ein Notfall-Update installieren: goo.gl/TEjVtk. In Großbritannien wurden Krankenhäuser lahmgelegt, in Spanien war der Telekom-Konzern Telefónica betroffen und in den USA den Versanddienst FedEx.

Europol und das britische Zentrum für Cybersicherheit warnten indes, dass die Auswirkungen der Ransomware-Attacke am Freitag noch deutlich grösser werden könnten. Netze der Bundesregierung seien nicht betroffen gewesen, teilte das Innenministerium mit. Die Angreifer verschlüsselten mit der Schadsoftware "WannaCry" sämtliche Daten auf dem Computer. Daraufhin erscheint eine "Lösegeldforderung", nach deren Zahlung der PC angeblich wieder freigegeben wird.

Verbraucher sind oft nachlässig, wenn es um Software-Updates geht. Außerdem sollte man eine Firewall einsetzen, die den Datenverkehr überwacht - auch innerhalb des eigenen Netzwerks, damit ein Gerät nicht andere anstecken kann. Infiziert wurden Systeme von Organisationen und Institutionen wie dem britischen Gesundheitsdienst NHS, der Deutschen Bahn sowie Produktionsstätten und Regierungsbehörden in aller Welt.

In der Nacht zum Samstag wurde die Angriffswelle zwar gestoppt, weil ein Experte auf eine Art "Notausschalter" in der Schadsoftware stieß. Allerdings seien keine Daten verloren gegangen - inzwischen habe man die Attacke im Griff. Der Bahnverkehr in Deutschland etwa war nicht beeinträchtigt. Die Waffe der Angreifer war jetzt Experten zufolge die Schadsoftware "Wanna Decryptor", auch bekannt als "Wanna Cry".

Kann sich das alles wiederholen? Das Hackerkollektiv "Shadow Brokers" hatte das Instrument hierfür vor kurzem öffentlich gemacht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rief alle Betroffenen auf, sich bei der Behörde zu melden, "um einen möglichst vollständigen Überblick über die Lage zu bekommen".

Derartige Ausmaße konnte der Angriff wohl nur annehmen, weil auf vielen Computern das Update schlicht noch nicht installiert war oder gar noch das alte Betriebssystem Windows XP genutzt wurde, welches Microsoft seit 2014 nicht mehr unterstützt.

Mit Blick auf steigende Zahlen der Hacking-Opfer sagte Europol-Direktor Rob Wainwright, es gebe eine "eskalierende Bedrohung".

Gestoppt wurde die Attacke derweil offenbar nur durch Zufall.

Nach der massiven Cyber-Attacke mit Zehntausenden blockierten Computern warnen Experten vor neuen Angriffen. Es würde sich um Sicherheitsmaßnahmen handeln, berichteten Medien in Sarajevo unter Berufung auf Zvonimir Kutlesa, Generalsekretär der Regierung. Das könnte sich aber noch ändern, sagt Kriegs-Au: "Viele Firmen haben am Wochenende geschlossen, mögliche Attacken könnten daher erst heute, Montag, entdeckt werden".

In diese Kerbe schlug auch der erfolgreiche Hacker selbst im Gespräch mit dem Guardian: "Das ist nicht vorbei". Zuvor hatte bereits der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere gefordert, sein Gesetzesentwurf zu verbesserter IT-Sicherheit in Transport-, Gesundheits- und Finanznetzen müsse nun beschlossen werden.

- Misstrauisch sein: Nutzer sollten niemandem trauen, rät die Webseite nomoreransom.org, die von IT-Firmen und europäischen Polizeibehörden betrieben wird. Weltweit überweise rund jeder Dritte das meist in der Internet-Währung Bitcoin eingeforderte Lösegeld, ergab die Symantec-Untersuchung. Bisher nahmen die Erpresser nach Erkenntnissen von IT-Sicherheitsforschern, die Bewegungen auf Bitcoin-Konten beobachten, allerdings nur wenige Zehntausend Dollar ein. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn in westlichen IT-Sicherheitskreisen wurden hinter der Veröffentlichung der NSA-Daten Hacker mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten vermutet.

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