Europol: Mindestens 150 Länder von Cyber-Attacke betroffen

Darunter seien auch große Firmen.

Bis zum Sonntag war die Verbreitung deutlich verlangsamt, da Sicherheitsupdates die genutzte Lücke im Windows-Betriebssystem schlossen und eine Internet-Domain identifiziert wurde, von der aus der Angriff teilweise gesteuert wurde. "Es gibt keinen Grund für sie, aufzuhören". Bei der Cyber-Attacke waren laut IT-Sicherheitsexperten mindestens 75 000 Computer in Dutzenden Ländern infiziert worden. Ein britischer Experte, der anonym bleiben will, hatte im Code der Schadsoftware eine von den Autoren eingebaute "Notbremse" gefunden, die er auch auslöste und damit die Ausbreitung des Trojaners vorerst stoppte.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat nach dem Vorfall die strafrechtlichen Ermittlungen übernommen. Experten warnen jedoch, dass die Erpressersoftware relativ einfach verändert und für neue Angriffe genutzt werden könne. Dadurch konnte sie das Schadprogramm binnen weniger Stunden weltweit ausbreiten und erreichte ein für Lösegeld-Software beispielloses Ausmaß.

Die Täter hatten Experten zufolge eine Sicherheitslücke ausgenutzt, die ursprünglich vom US-Abhördienst NSA entdeckt worden war, aber vor einigen Monaten von Hackern öffentlich gemacht wurde. In Großbritannien wurden Krankenhäuser lahmgelegt, in Spanien war der Telekom-Konzern Telefónica betroffen und in den USA den Versanddienst FedEx. Es seien komplexe internationale Ermittlungen nötig, um die Hintermänner zu finden. Renault stoppte am Samstag die Produktion in mehreren französischen Werken - um die Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern, wie es hieß.

Die Ransomware namens "WannaCry" nutzte eine bereits bekannte Sicherheitslücke von Microsoft Windows, für die es auch bereits ein Update gibt. Bei der Deutschen Bahn fielen Anzeigetafeln und Fahrscheinautomaten aus. Auch die Technik zur Videoüberwachung war einem Sprecher des Bundesinnenministeriums zufolge betroffen. Die Bahn war zunächst das einzige Unternehmen in Deutschland, von dem bekannt wurde, dass es geschädigt worden war. Nach Angaben des Konzerns war der bundesweite Zugverkehr allerdings nicht beeinträchtigt. Netze der Bundesregierung seien nicht betroffen gewesen, teilte das Innenministerium mit. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn in westlichen IT-Sicherheitskreisen wurden hinter der Veröffentlichung der NSA-Daten Hacker mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten vermutet. Viele Firmen und Behörden dürften den Angriff aber noch gar nicht bemerkt haben. In Schweden waren 70 Computer der Gemeinde Timrå betroffen, in Portugal der Telekom-Konzern Portugal Telecom.

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