Verfahren gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange in Schweden eingestellt

Britische Polizistendts

Dennoch droht ihm weiterhin die Festnahme.

"Wir haben die Entscheidung nicht getroffen, weil wir alle Beweise in diesem Fall ausgewertet haben, sondern weil wir keine Möglichkeiten sehen, die Ermittlungen weiter voranbringen", so Ny. Auch Unterstützer des Wikileaks-Gründers bezeichneten das Verfahren als Schmierkampagne politischer Gegner, um der Enthüllungsplattform zu schaden. Ecuadors Botschaft will er aber wohl trotzdem nicht so schnell verlassen. Zu Beginn seines Auftritts reckte er die Faust. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Freitag und zitierte eine nicht näher genannte Quelle aus dem Außenministerium. Assange konnte das Gelände nicht mehr verlassen, weil er sonst befürchten musste, von den britischen Behörden verhaftet und ausgeliefert zu werden.

Wikileaks hatte 2010 mehr als 250.000 vertrauliche Dokumente von US-Botschaften veröffentlicht. Als auch die Höchstrichter im Juni 2012 die Auslieferung für rechtens erklärten, entzog sich Assange der britischen Justiz und flüchtete in die Botschaft Ecuadors. Assange selbst begann als Programmierer und Hacker und verkehrte mit politischen Dissidenten. Daher sei die Behauptung, man könne ihn in Großbritannien festnehmen, "nicht haltbar". Ob er die ecuadorianische Botschaft in London demnächst verlasse, ließ Assange am Freitag bei seinem Auftritt offen. Staatsanwältin Marianne Ny habe beschlossen, die Ermittlungen nicht weiterzuführen, erklärte die Staatsanwaltschaft in Stockholm.

Die schwedische Staatsanwaltschaft sieht die Schuldfrage als nicht geklärt an. Zuvor hatte die Anklage die Ermittlungen gegen Assange wegen der Vorwürfe aus dem Jahr 2010 eingestellt. "Wir denken, die Freiheit der Information ist es, was die menschliche Zivilisation braucht, um gerecht und vernünftig zu sein". Assange reiste aus Schweden aus. "Es geht nicht um Geld, sondern um Restitution", zitierte das schwedische Radio seinen Anwalt Per E. Samuelson. Vor der Botschaft, die neben dem Londoner Kaufhaus Harrods liegt, versammelte sich die Presse.

Mit Veröffentlichungen hatte seine Plattform Wikileaks vor allem die US-Regierung immer wieder massiv in Schwierigkeiten gebracht.

Und US-Justizminister Jeff Sessions unterstrich Ende April, dass die Verhaftung von Assange eine "Priorität" sei. "Derzeit kommentieren wir das nicht", sagte ein Sprecher auf dpa-Anfrage.

Nach fast sieben Jahren geht es am Freitagmorgen plötzlich Schlag auf Schlag: Die schwedischen Behörden verkünden, die Ermittlungen gegen den 45-Jährigen seien beendet. "Die Entscheidung habe nichts mit möglichen Aktionen der US-Regierung zu tun", sagte die Anklägerin. Nach US-Medienberichten bereiten die USA inzwischen eine Klage gegen Assange vor.

Ecuador will seine diplomatischen Bemühungen in London verstärken, um Julian Assange Asyl in dem südamerikanischen Land zu gewähren. Damals war er gegen Kaution auf freien Fuss gekommen. "Der europäische Haftbefehl gilt nicht länger", teilte Außenminister Guillaume Long in Quito mit.

Sieben Jahre hatte Schweden gegen WikiLeaks-Gründer Assange ermittelt.

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