Eishockey-WM "Zufrieden, aber der Ehrgeiz bei Bundestrainer und den Spielern"

Eishockey-Fieber Die Fans ließen sich von den begeisternden Auftritten des DEB-Teams mitreißen

Sturms Vertrag läuft bis nach der WM 2018 in Dänemark, soll aber vorzeitig dieses Jahres verlängert werden. Man sieht den Unterschied bei Teams wie Kanada oder Russland. Gleichzeitig gibt es keinen Zweifel daran, dass die meisten Spieler und auch der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) selbst hoffen, dass es Sturm sein wird, der die Arbeit in die Hand nimmt und das Schiff weiter auf Kurs bringt. "Da müssen wir einfach alle einen besseren Job machen".

Köln. Bei der Heim-WM war für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im Viertelfinale Schluss. Offensiv moderiert Sturm seine Ambitionen und impft seinen Eishockey-Cracks die neue Denkweise ein. "Jetzt wird es mal Zeit, dass wir mal einen Gegner im Viertelfinale weghauen", sagte Torhüter Philipp Grubauer.

KölnDeutschlands Eishockey-Party ist beendet, das WM-Märchen von 2010 bleibt unerreicht. Der stets höfliche und geduldige 38-Jährige schafft eine angenehm professionelle Atmosphäre und hat für einen Aufschwung gesorgt, den DEB-Präsident Franz Reindl "kometenhaft" nennt. Nach zwei Viertelfinalteilnahmen in Folge mit ihm als Trainer rückte die DEB-Auswahl in der Weltrangliste von Platz 13 auf Rang acht vor. Dort gelang gegen defensiv nahezu perfekt spielenden Nordamerikaner so gut wie nichts. "Er ist einfach ein Top-Bundestrainer, der seine Spuren hinterlässt und überall gut ankommt", lobt Reindl. "Und das kommende Jahr wird toll, da haben wir Olympische Spiele und WM".

Die ganze F.A.Z. jetzt auch im Web, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken. Die besten Profis kommen wieder gern zur Nationalmannschaft. Übertroffen wurde dies vom Wirbel um die fragwürdigen Social-Media-Aktivitäten von Torhüter Thomas Greiss und der späten Ankunft des NHL-Superstars Leon Draisaitl. "All das haben die Spieler in jedem Spiel gezeigt", sagte Sturm. Das fand Eingang in sein Turnier-Fazit: "Es war eine gute WM für uns".

"Seidenberg ist einer der besten Verteidiger im Turnier, Ehrhoff auch". Für die beiden Letzteren neigt sich ihre Karriere dem Ende entgegen, Draisaitl hingegen steht mit seinen 21 Jahren vor einer großen Zukunft.

Klar ist, dass Deutschland auf einen herausragenden Goalie und seine NHL-Spieler angewiesen ist, um mit der Weltspitze mitzuhalten. "Das ist genau das, was wir wollten", sagte Sturm den Reportern am Donnerstag nach der 1:2-Niederlage. Jetzt müssen die Jungen Verantwortung übernehmen. "Das ist noch schwierig bei uns".

Die Heim-Weltmeisterschaft wertete der Bundestrainer insgesamt als Erfolg, benannte aber auch Probleme im deutschen Eishockey. "Es ist leider zu oft noch so, dass der ein oder andere doch noch andere Wege geht, als es verlangt ist. Das hat aber auch mit unserer Liga zu tun", kritisierte Sturm. Vor sieben Jahren musste sich der verschuldete DEB in die Zukunft retten, diesmal kann der Verband den Gewinn investieren. Auch der bei der WM ansonsten überzeugende deutsche Kapitän Christian Ehrhoff (34) ließ sich gegen Kanada von der Nervosität seiner Mitspieler anstecken. "Wir können hier das Geld generieren, was man braucht, um vorwärts zu kommen", versprach Reindl.

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