Filmfestspiele Cannes: Netflix erobert sich mit "Okja" das Filmfest

Tilda Swinton im Netflix Film Okja. An der Weltpremiere am Freitag in Cannes musste die Vorführung wegen Protesten kurz unterbrochen werden

FILMFESTIVAL ⋅ Die erste Netflix-Produktion in der Geschichte des Filmfestivals von Cannes hat am Freitag ihre Premiere gefeiert - mit einem kleinen Skandal.

Im Zentrum stehen das Mädchen Mija und ihr geliebtes Riesenschwein namens Okja, mit dem es in den südkoreanischen Bergen in einer grünen Idylle gemeinsam aufgewachsen ist.

Ohne einen Plan aber mit voller Tatendrang startet Mija ihre abenteuerliche Rettungsaktion, bei der sie sich mit gierigen Kapitalisten, wütenden Demonstranten und Konsumenten auseinandersetzen muss, die Okja ebenfalls für ihre egoistischen Absichten in Beschlag nehmen wollen. Damit erinnert "OKJA" in vielerlei Hinsicht an die Werke des gefeierten japanischen Regisseurs Hayao Miyazaki. Immerhin hatte der Juryvorsitzende Pedro Almodóvar gleich zum Auftakt für Furore gesorgt, als er sagte: "Ich persönlich sehe nicht ein, warum die Goldene Palme an einen Film vergeben werden sollte, der dann nicht auf der großen Leinwand gesehen werden kann". Fest steht jedenfalls, dass die Gemüter teilweise so erhitzt scheinen, dass keine wirkliche Diskussion mehr möglich ist. Ab dem kommenden Jahr müssen alle Filme im Wettbewerb verpflichtend auch einen späteren französischen Kinostart haben. Auf Netflix wird Okja ab dem 28. Juni 2017 zum streamen verfügbar sein. Der Film soll zumindest in den USA und in Südkorea auf die Leinwand kommen.

Es scheint, als hätte die Filmwelt eine generelle Angst vor Veränderungen, jetzt ist es eben die vor Streamingdiensten als Produzenten. Auch "OKJA" kostete rund 50 Millionen Dollar - "ein Riesenbudget" wie Regisseur Bong Joon Ho in Cannes betonte.

Für ihn sei die Zusammenarbeit mit Netflix wundervoll gewesen, sagt er. Nach etwa 15 Minuten Pause wurde die Vorführung im richtigen Format neu begonnen und der Wettbewerbsbeitrag, in dem unter anderem Tilda Swinton mitspielt, am Ende mit Beifall quittiert. Sie finde aber auch: "Wie bei vielen Sachen gilt: Es gibt Platz für alle!"

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