Mindestens 141 Tote bei Angriff auf libyschen Stützpunkt

Regierungstreue Kämpfer in Libyen sollen beim Angriff auf Milizen im Süden des Landes standrechtliche Hinrichtungen vollzogen haben

Die Entscheidung bleibe in Kraft, bis geklärt sei, wer für die Verletzung des Waffenstillstandes verantwortlich sei, sagte Regierungschef Fayez Seraj am Freitag.

Bei den meisten der 141 Opfer handele es sich um Soldaten, die dem abtrünnigen General Chalifa Haftar angehörten, teilte ein Sprecher der Haftar-treuen Truppen mit.

Ihm zufolge gibt es unter den Toten Zivilisten, die in der Luftwaffenbasis arbeiteten oder sich in deren Nähe aufhielten. Die meisten von ihnen seien hingerichtet worden. Auch ein Militärkommandeur wurde vorläufig von seinem Posten entfernt.

Die libysche Einheitsregierung in Tripolis teilte mit, es sei eine Untersuchungskommission zu dem Angriff eingerichtet worden. Es seien bereits personelle Konsequenzen gezogen worden. Auch andere Haftar-treue Kräfte erklärten, hinter dem Angriff stünden Sarradschs Einheitsregierung und mit ihr verbündete islamistische Milizen.

Nach einem Angriff auf einen Militärstützpunkt in Libyen mit mehr als 140 Toten hat die international anerkannte Regierung Verteidigungsminister al-Barghathi suspendiert.

Wie der Fernsehsender Sky News Arabia mitteilte, wurde die von der libyschen Nationalarmee kontrollierte Basis nahe der Stadt Brak-al-Shati von den Gruppierungen angegriffen, die mit der in Tripolis ansässigen "nationalen Einheitsregierung" liiert sind. Haftar unterstützt mit seinen Kämpfern die Gegenregierung in Benghazi (Bengasi). Auch der UNO-Libyen-Beauftragte Martin Kobler hatte zuvor an die Konfliktparteien appelliert, sie sollten nicht die intensiven Bemühungen untergraben, einen Frieden für das Land zu finden.

Seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Trotz der Bildung der Einheitsregierung werden Teile des Landes weiter von Milizen kontrolliert. Libyen gilt als zentrales Land auf dem Weg von afrikanischen Migranten über das Mittelmeer nach Italien.

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