Mord auf offener Straße: Journalist in Mexiko erschossen

Chiles Journalisten demonstrieren gegen Gewalt in Mexiko

Der Journalist Javier Valdez ist in Mexiko erschossen worden. Außer für AFP schrieb der Familienvater auch für die mexikanische Zeitung "La Jornada" und die von ihm mitbegründete Zeitschrift "Ríodoce". Seine Leiche blieb einige Zeit auf einer Straße liegen, bevor sie abtransportiert wurde. Er sei erschüttert über die Tat, sagte der örtliche Staatsanwalt Juan José Ríos. Seine Familie soll unter Polizeischutz gestellt werden.

Valdez berichtete vor allem über den Drogenhandel und das organisierte Verbrechen in Mexiko und speziell in Sinaloa. Sinaloa ist die Heimat des gleichnamigen Drogenkartells des zuletzt in die USA ausgelieferten Drogenbarons Joaquín "El Chapo" Guzmán.

Journalist zu sein bedeute, auf einer schwarzen Liste zu stehen, sagte Valdez bei der Vorstellung des Buchs.

Präsident Enrique Peña Nieto ordnete eine Untersuchung des "abscheulichen Verbrechens" in Culiacán im Bundesstaat Sinaloa an. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Er ist bereits der fünfte Journalist, der in diesem Jahr in dem südamerikanischen Land getötet wurde. Erst vor sechs Wochen war die Korrespondentin von "La Jornada" im Teilstaat Chihuahua, Miroslava Breach, erschossen worden. Das Magazin wurde eine maßgebliche Quelle in der Berichterstattung über den Drogenkrieg in einem Land, in dem viele Medien aus Angst vor Gewalt Selbstzensur üben. Seit dem Jahr 2000 wurden laut der Organisation Reporter ohne Grenzen 102 Journalisten in Mexiko ermordet. "Es ist ein Angriff auf den Journalismus, auf alle Journalisten in Mexiko".

Die Gewalttaten gegen Journalisten in Mexiko bleiben meist ungesühnt. Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit Anfang Mai kritisierte das CPJ, dass die Hintermänner fast nie verurteilt würden. "In Mexiko - einem der gefährlichsten Länder für Journalisten weltweit - erlaubt es die weit verbreitete Straflosigkeit kriminellen Gruppen, korrupten Beamten und Drogenkartellen, ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen", hiess es in dem Bericht.

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