Trump will Comey nicht zu Ende von Flynn-Untersuchung gedrängt haben

Um zu zeigen, dass Trump keine Staatsgeheimnisse ausposaunt habe. Im Hintergrund lauert ein weiterer heftiger Vorwurf: Behinderung der Justiz - erstmals fiel vereinzelt der Begriff "Amtsenthebungsverfahren". Putin führt die Amerikaner derweil vor.

Washington. Nach den Vorwürfen des Geheimnisverrats an Russland sieht sich US-Präsident Donald Trump mit einer noch brisanteren Anschuldigung konfrontiert. Trump hatte zunächst verschiedene Gründe für die Entlassung angegeben.

Februar musste Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn zurücktreten.

"Nein!", sagte Trump am Donnerstag auf eine entsprechende Reporterfrage bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos. Trotzdem wolle er sich nicht von seinen Zielen ablenken lassen. Trump habe demnach zu Lawrow und dem russischen US-Botschafter Kislyak gesagt, Comey sei verrückt gewesen, ein echter Spinner. In Washington rief dies Stirnrunzeln hervor.

Auch die Vorwürfe des Geheimnisverrats sind noch nicht vom Tisch. Er sagte der Zeitung: "Durch Selbstdarstellung und eine Politisierung der Ermittlungen zu den russischen Aktivitäten hat James Comey unnötigen Druck auf unsere Fähigkeiten ausgeübt, uns mit Russland austauschen zu können und mit ihnen zu verhandeln".

Er kann seine Arbeit ohne Rücksicht auf Vorgesetzte vorantreiben, weil er nicht der Hierarchie des Justizministeriums oder gar des Weissen Hauses unterstellt ist. Sollte das stimmen, hätte der US-Präsident versucht, auf laufende Ermittlungen Einfluss zu nehmen.

Auf Reise: US-Präsident Donald Trump steigt auf der Andrews Air Force Base in Maryland ins Flugzeug. Sollte es Comeys Memos geben, und daran dürfte kein Zweifel bestehen, weil "New York Times" und "Washington Post" gleichlautend daraus zitieren, ist das nicht gut für den Präsidenten. Ein Vertrauter des entlassenen Comey las den Angaben zufolge Passagen daraus einem Reporter vor.

In der Untersuchung geht es um die Frage, ob es Absprachen mit Mitgliedern aus Trumps Wahlkampfteam und Moskau gab.

Das Justizministerium muss Mitarbeiter für den Sonderermittler bereitstellen, doch Mueller kann auch besondere Angestellte anfordern oder Mitarbeiter von außerhalb der Behörde beantragen. Es handle sich um keine akkurate Wiedergabe einer Unterredung zwischen Trump und Comey. Überraschend entließ Trump jüngst FBI-Chef James Comey.

Das Weiße Haus schoss sofort zurück.

Trump soll Comey um die Einstellung der Ermittlungen gegen Flynn gebeten haben, wie die "New York Times" berichtete.

Ob die Affäre Trumps Verbleib im Amt gefährden kann, hängt von seiner Partei ab.

GESUNDHEITSREFORM: Die Republikaner ziehen die Abstimmung über den Gesetzentwurf für ein Ende des von seinem Amtsvorgänger Barack Obama geschaffenen Systems zurück - mangels Mehrheit in den eigenen Reihen.

Jetzt sprechen nicht nur die Demokraten im Repräsentantenhaus von einer drohenden "Amtsenthebung". Aus dem Lager der Demokraten waren zuletzt auch die Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung immer lauter geworden. "Kein Politiker in der Geschichte wurde schlimmer oder unfairer behandelt", sagte der US-Präsident. Der Republikaner setzte zudem für den 24. Mai eine Sitzung des Gremiums an, zu der er Comey einladen wollte.

Auch der republikanische Senator John McCain meinte, so langsam sei "die Größe und das Ausmaß des Watergate-Skandals" erreicht. Der Kongress verlangt auch Einblick in die angeblichen Mitschnitte Trumps im Weißen Haus.

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