Yildirim: Deutschland muss sich klar zur Türkei bekennen

Merkel und Erdogan

Außenminister Mevlüt Cavusoglu erklärte am Donnerstag, Deutschland stehe es frei, seine Truppen aus Incirlik abzuziehen. "Wenn sie abziehen wollen, müssen sie das selbst wissen, wir werden sie nicht anflehen", sagte Cavusoglu in einem Interview des Senders NTV. "Sie waren diejenigen, die kommen wollten, und wir haben ihnen geholfen".

Im Streit um das Besuchsverbot für den Luftwaffenstützpunkt Incirlik und einen möglichen Abzug deutscher Soldaten hat sich der türkische Außenminister unbeeindruckt gezeigt. Am Anti-IS-Einsatz sind derzeit 268 Bundeswehrsoldaten beteiligt, die meisten davon sind in Incirlik stationiert. Die "Awacs"-Maschinen sind der bisher einzige größere Beitrag der Nato zum internationalen Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS)". Auch wenn Deutschland personell beteiligt sei, könne über den Einsatz von NATO-Awacs nur innerhalb der Allianz gemeinsam entschieden werden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Es ist für uns nicht verhandelbar, dass die zuständigen Abgeordneten die deutschen Soldaten im Ausland besuchen dürfen und so ihren parlamentarischen Auftrag wahrnehmen.

Die Suche nach einem alternativen Stützpunkt für die Bundeswehr erfolgt vor dem Hintergrund der Weigerung der türkischen Regierung, eine Reise von Bundestagsabgeordneten nach Incirlik zuzulassen. Am Rande des Nato-Gipfels wird es möglicherweise ein Treffen der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geben. Nach deutschen Angaben haben über 400 Inhaber türkischer Diplomatenpässe Asyl beantragt. In Deutschland sind Zweifel gewachsen, dass die Soldaten in ihrer Heimat mit einem fairen Verfahren rechnen können.

Die Opposition verlangte ebenfalls einen Abzug der deutschen Soldaten aus der Türkei. Deutschland sollte die Türkei mit Respekt behandelt und sich ihr gegenüber "wie ein Freund, nicht wie ein Boss" verhalten, forderte der Minister.

Am Wochenende habe das Außenministerium in Ankara dem deutschen Türkei-Botschafter Martin Erdmann dann mitgeteilt, dass der Besuch angesichts der gegenwärtigen Lage der deutschtürkischen Beziehungen nicht möglich sei. Am Samstag will von der Leyen mit dem jordanischen König Abdullah II. besprechen, ob die Bundeswehr den 150 Kilometer östlich von Amman gelegenen Stützpunkt nutzen könnte. Ursache dafür waren unter anderem die umstrittene "Schmähkritik" des TV-Moderators Jan Böhmermann an Präsident Erdoğan und die Resolution des Bundestags, die die Armenier-Frage von 1915 als "Völkermord" einstuft. Die türkische Regierung sieht darin eine schwere Beleidigung des gesamten Landes.

Yildirim kritisierte bei einer im Fernsehen übertragenen Fraktionssitzung der regierenden AK-Partei, dass Deutschland mehreren türkischen Soldaten Asyl gewährt hat, die von der Türkei wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den Umsturzversuch vom 15. Juli gesucht werden.

Related:

Comments

Latest news

Nordkorea feuert erneut Rakete ab
Amerikas Präsident Donald Trump schloss im Gegenzug einen Militärschlag gegen das ostasiatische Land nicht aus. Die Rakete, mutmaßlich vom Typ Scud , flog nahe der Küstenstadt Wonsan aus rund 450 Kilometer weit.

Formel-1-Pilot Vettel mit Problemen im Spanien-Training
Sie reichten Sebastian Vettel , um innen an Lewis Hamilton vorbei- und dann davonzuziehen. "(.) Und das ist die wahre Sensation". An seinem Wagen war am Abend zuvor ein Elektronikproblem aufgefallen. 2 Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 0,051 Sekunden zurück.

Schulz: Europäische Kooperation ist Antwort auf Trump
Das müsse die Antwort auf US-Präsident Trump sein, sagte Schulz am Abend in der ARD. So habe der damalige SPD-Kanzler Gerhard Schröder gegenüber US-Präsident George W.

Manchester-Anschlag: Leaks nach Attentat: May will Trump zur Rede stellen
Nach jüngsten Zahlen der staatlichen Gesundheitsbehörde wurden bei der Anschlag weit mehr Menschen verletzt als zunächst bekannt. Die Polizei geht davon aus, dass Abedi kein Einzeltäter war, sondern dass ein ganzes Terrornetzwerk hinter der Tat steckt.

HSV entzieht rund 600 Fans Vorkaufsrecht für Saisonkarten
Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat erstmals in der Vereinsgeschichte Dauerkarten-Besitzern das Ticket-Vorkaufsrecht entzogen. Doch selbst beim Abstiegs-Showdown gegen den VfL Wolfsburg blieben an die 950 Dauerkartenbesitzer dem Volksparkstadion fern.

Other news