Anti-Doping-Agentur: Kontrolle bei Tennisturnier verwehrt

Andrea Gotzmann Vorstand der Stiftung Nationale Anti Doping Agentur Deutschland, bei der Vorstellung des Jahresberichts der Agentur

Die Nationale Anti Doping Agentur hat im Jahr 2016 die Anzahl ihrer Kontrollen leicht auf 12.646 gesteigert. "Insbesondere, wenn der internationale Verband bei diesem Turnier selbst keine Kontrollen durchführt", sagte die NADA-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann am Donnerstag in Berlin.

"Es hat bei anderen Verbänden auch ohne Berufung auf diese Regelung geklappt, dass wir kurzfristig zusätzliche Kontrollen machen konnten", sagte NADA-Vorstand Lars Mortsiefer: "Als wir gehört haben, dass dort überhaupt keine Kontrollen durchgeführt werden, war das genau unser Ansatz, dort reinzugehen". Die ITF kündigte für den Nachmittag eine Stellungnahme an.

Die Doping-Fahnder der NADA seien von der ITF mit dem Argument abgewiesen worden, dass gemäß des Codes der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA Kontrollen 35 Tage vorher anzumelden seien. Formal ist das Verhalten der ITF daher korrekt, doch mache es bei dieser Regelung keinen Sinn, noch von Zielkontrollen zu sprechen, sagte Gotzmann. Der Weltverband äußerte sich am Donnerstag zunächst auf Anfrage nicht. Besonders pikant wird die Tatsache dadurch, dass Scharapowa bei dem Turnier erstmals nach ihrer 15-monatigen Dopingsperre wieder auf die Tour zurückgekehrt war.

Die Veranstalter des Stuttgarter Turniers erklärten, dass die Nada nicht das vorgeschriebene Prozedere befolgt habe.

Zudem dienten die zusätzlichen Kontrollen auch dem Schutz der sauberen Athleten. "Da haben wir darauf hingewiesen, dass die Regeln geändert werden müssen". "Wenn man eine Frau Scharapowa testet und negativ testet, kann man zeigen, dass sie wieder in einem Anti-Dopingkontrollsystem ist". Seine französischen Kollegen hätten ebenfalls "grundsätzliche Probleme" in der Abstimmung mit der ITF, berichtete Mortsiefer. Zuletzt hatte die ITF Ende April mitgeteilt, dass die Ausgaben für Anti-Doping-Maßnahmen 2017 um mehr als 50 Prozent auf 4,5 Millionen US-Dollar steigen sollen.

Der Gesamtetat der NADA betrug 2016 9,6 Millionen Euro. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 20 Sanktionen wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien ausgesprochen.

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