Barley wird neue Familienministerin - Heil Generalsekretär

Manuela Schwesig und Erwin Sellering sitzen eng beieinander und diskutieren

Dass Schulz' Wahl auf Hubertus Heil fiel, der den Generalsposten schon in den Jahren 2005 bis 2009 innehatte, wurde in der Fraktionssitzung am Dienstagnachmittag dennoch mit einer gewissen "Überraschung" aufgenommen, wie Teilnehmer berichteten. Barley war seit Dezember 2015 Generalsekretärin der SPD. "Vier Monate vor der Bundestagswahl verstehe ich, wenn der Parteivorsitzende nicht gerne experimentiert", bewertet die SPD-Landeschefin Leni Breymaier die Situation. Profil zeigte sie dort im Vermittlungsausschuss, wo sie im Ringen um die Hartz-IV-Reform als Verhandlungsführerin der SPD-geführten Bundesländer auftrat. Der neue Generalsekretär Heil verstehe etwas von seiner Aufgabe, so Fraktionschef Oppermann. In der SPD-Fraktion werde dieser Vorschlag mit großer Geschlossenheit unterstützt, erklärte Schulz. Sellering hat die deutsche Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig als Nachfolgerin vorgeschlagen - als Regierungschefin ebenso wie als SPD-Landesvorsitzende.

Da ist zum einen der riesige Vorteil, dass Hubertus Heil ein Zeitgenosse ist, der die Parteizentrale, die im Grunde seit Bestehen der Bundesrepublik Baracke heißt, kennt wie kaum ein anderer.

Nun hat Schulz die unverhoffte Chance, die gebürtige Kölnerin Barley, deren politische Heimat Trier ist, ins Bundeskabinett zu befördern (ihre Vorgängerin Yasmin Fahimi musste sich mit dem Posten einer beamteten Staatssekretärin begnügen). Heil tritt als Politiker aggressiver auf als Barley, bisweilen nassforsch. Das teilt SPD-Chef Martin Schulz in einer Sitzung der Bundestagsfraktion nach Angaben von Teilnehmern mit. Sie sei aber auch "ausgesprochen gerne" Generalsekretärin gewesen, das Willy-Brandt-Haus sei "ausgesprochen gut aufgestellt". Bis zum außerordentlichen Parteitag im November soll Heil Generalsekretär bleiben.

Schon ein Jahr darauf folgte der nächste Paukenschlag: Als stellvertretende Parteichefin rückte Schwesig auf bundespolitischer Ebene in die vordere Reihe auf. Kritiker lasteten ihr auch mit an, es fehle ihr schlicht an Erfahrung darin, einen Wahlkampf wie den von Martin Schulz zu leiten. Zuletzt rechneten viele damit, dass die "Co-Trainerin der SPD", wie sie ihre Rolle umschrieb, bald den Hut würde nehmen müssen. In allzu kurzer Zeit muss Heil die SPD und den vielbeschworenen "Schulz-Zug" vom Abstellgleis holen.

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