Bitcoin kostet erstmals mehr als 2000 Dollar

Prof. Sandner

Den Preis für eine Feinunze Gold (1257 Dollar) hat Bitcoin damit längst hinter sich gelassen - obwohl das Edelmetall seit Jahrtausenden als "Krisengeld" etabliert ist, während es Bitcoin seit knapp zehn Jahren gibt. Das Open-Source Projekt von Vitalik Buterin war ursprünglich, anders als Bitcoin, nicht als digitale Währung zur Zahlungsabwicklung gedacht, sondern vielmehr als eine Plattform für dezentrale Anwendungen, die mittels sogenannter Smart Contracts über die Ethereum-Blockchain ausgeführt werden. Erst nach einer Normalisierung der Preisentwicklung kann sich der Bitcoin (wenn überhaupt) seinen ursprünglich zugedachten Zweck als sicheres Notenbank-unabhängiges Zahlungsmittel, das global und sehr günstig funktioniert, erfüllen. Die Zahl an Bitcoins ist begrenzt und eriecht das Maximum von 21 Millionen Bitcoins erst in etwa im Jahr 2140.

Andere Kritiker verweisen auf die hohen Schwankungen beim Bitcoin. Im Januar war der Kurs noch unter die Marke von 800 Dollar gerutscht. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt hatte Bitcoins Anfang April zu einem offiziellen Zahlungsmittel erklärt.

Amerikas Börsenaufsicht SEC steht womöglich kurz davor, erstmals einen auf Bitcoins basierenden Indexfonds zuzulassen.

Die Bundesbank warnte unlängst aber Sparer vor Geldanlagen in der Digitalwährung.

Bitcoin kostet erstmals mehr als 2000 Dollar

Erst vor ein paar Tagen hatte in Deutschland Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele seine Warnung wiederholt, der Bitcoin sei "kein geeignetes Medium" um Werte aufzubewahren. Damit würde die Währung, die auch ein Schmuddelimage hat, weil sowohl der Zahlende als auch der Empfänger unerkannt bleiben können, den Sprung in den klassischen Finanzmarkt schaffen. Es gebe gravierende Unterschiede zu staatlichen Währungen, sagt Harald Weiss. Und es werden auch keine Banken benötigt. Meist liegt sie bei 0.0000001 Bitcoins, also nicht einmal einem Cent. Zudem dauert die Transaktion nur Sekunden, ganz egal, wie groß die geografische Distanz zweier Konten zueinander ist. Und in Deutschland sind es laut dem Branchenportal "btc-echo" bisher nur etwas mehr als einhundert Unternehmen, bei denen man mit Bitcoins zahlen kann. Der Verbraucherzentrale Bundesverband teilt diese Einschätzung: "Wer Bitcoins kauft, setzt rein auf Vertrauen - auf das Vertrauen, dass jemand anderes diese Internetwährung akzeptieren wird". In Österreich und der Schweiz sind es zusammengerechnet knapp 20 Firmen. Fragt man bei den Anbietern nach, wie oft es vorkommt, dass ein Kunde mit virtuellem Geld bezahlt, so erhält man häufig die gleiche Antwort: Kaum. Vielleicht ist es die kollektive Angst vor der starken Volatilität, die mit der Angreifbarkeit digitaler Währungen einhergeht.

Sicher: Zwischen 2013 und den jüngeren Kursmeldungen gab es immer wieder Einbrüche, meistens in Folge von Hackerangriffen und Diebstahl der Währung, die von Rechnern erzeugt wird und letztlich aus einer langen, digitalen Zeichenfolge besteht.

Das zeige sich auch an den starken Kursschwankungen der Bitcoins seit Einführung im Jahr 2009.

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