Forscher beobachten zwei verschmelzende Schwarze Löcher

Alexander Nitz – der junge Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover hat die neuen Signale entdeckt.    Quelle
Franson

Das Erzittern der Raumzeit wurde zuerst in Hannover entdeckt.

Zum dritten Mal haben Forscher die von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationswellen beobachtet.

Die Beobachtung bestätige zudem die Existenz einer neuen Klasse Schwarzer Löcher, so die Forscher.

Die aufgefangene Gravitationswelle entstand bei der Kollision von zwei Schwarzen Löchern, die sich spiralförmig umkreisten und schließlich zu einem einzigen Schwarzen Loch verschmolzen. Allerdings sind die Wellen auch bei extrem großen Massen immer noch so klein, dass sie erst 100 Jahre nach Einsteins Vorhersage mit empfindlichen modernen Instrumenten nachgewiesen werden konnten. Sie stellen ihre Analyse im Fachblatt "Physical Review Letters" vor. Der Gravitationswellendetektor Ligo in den USA hat die Signale bereits am 4. Januar 2017 aufgezeichnet. September 2015 der weltweit erste Nachweis von Gravitationswellen gelungen, der im Februar 2016 als wissenschaftlicher Durchbruch gefeiert wurde.

Bei den beiden zuvor registrierten Fusionen waren Schwarze Löcher mit 62 und 21 Sonnenmassen entstanden.

In der aktuellen Forschung geht es darum, mehr über die Schwarzen Löcher herauszufinden, sagt DLF-Wissenschafts-Journalist Frank Grotelüschen.

"Das sind Objekte, von denen wir vorher gar nicht wussten, dass sie existieren", so Ligo-Sprecher David Shoemaker vom Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Gravitiationswellen strecken und stauchen die Raumzeit - ähnlich wie ein ins Wasser geworfener Stein die Wasseroberfläche bewegt. Sie sind umso stärker, je größer die beschleunigte Masse ist.

Ligo, das Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatorium, weist diese Schwingungen nach, indem es per Laser die Länge von zwei L-förmig ausgerichteten kilometerlangen Armen genau überwacht.

Auf diese Weise ließ sich knapp die letzte Sekunde der beiden verschmelzenden Schwarzen Löcher beobachten. Das Signal war diesmal aber schwächer, weil sich die Verschmelzung in rund drei Milliarden Lichtjahren Entfernung abspielte - doppelt so weit entfernt wie 2015. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt.

"Wir werden noch viel Neues erfahren - dies ist eine aufregende Zeit für das Zeitalter der Gravitationswellen-Astrophysik", betonte der deutsche Gravitationswellen-Pionier Karsten Danzmann vom MPI, dem am Mittwoch für seine Entwicklungen von Schlüsseltechnologien für die Detektoren der mit 750.000 Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft zuerkannt worden ist.

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