Kind stirbt nach Homöopathie-Behandlung

Homöopathische Arzneimittel

Das ist nichts Ungewöhnliches und in den meisten Fällen ungefährlich.

Hannover. Eigentlich gilt eine Mittelohrentzündung als gut behandelbar - sie ist zwar schmerzhaft, doch mit einem entsprechenden Antibiotikum selbst bei hartnäckigen Verlaufsformen recht schnell wieder verschwunden.

Jetzt klären die Ermittler, ob ein Behandlungsfehler zum Tod führte. Üblicherweise verschreiben Ärzte bei einer etwas hartnäckigeren Infektion Antibiotika, doch die Eltern des siebenjährigen Francesco aus dem ostitalienischen Städtchen Cagli wollten ihrem Kind auf keinen Fall Antibiotika geben, sondern setzten stattdessen auf eine homöopathische Therapie. Eingesetzt werden hier unter anderem, Zwiebeln, Knoblauch, Kamille und Wärme. Auch die konventionelle Medizin mahnt die Ärzte zu einem angemessenen Einsatz von Antibiotika und steht dem hohen Verbrauch von Antibiotika in Deutschland kritisch gegenüber. Manche Menschen lehnen solche Medikamente jedoch ab, nicht zuletzt weil es dadurch nicht selten zu schweren Nebenwirkungen kommen kann.

Nach dem tragischen Vorfall wollen die Großeltern den behandelnden Arzt verklagen, der die Homöopathie-Behandlung unterstützt hat.

Gestern sollte Francesco beerdigt werden.

Die Eltern kannten den Homöopathen gut - seit drei Jahren schon schickten sie ihren Sohn zu ihm, wenn er krank wurde, wie die Zeitung "La Repubblica" berichtete.

Doch die Behandlung brachte offenbar nichts. Auch gegen die Eltern seien Ermittlungen eingeleitet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Zu weit hatte sich die Infektion im Körper ausgebreitet, so dass der Junge schließlich an einem Hirntod verstarb. Ob auch gegen die Eltern juristisch vorgegangen wird, ist bisher nicht klar.

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