Schüler wollen Abschiebung eines Afghanen stoppen - Tumulte

Vor einer Nürnberger Berufsschule ist es Mittwochmorgen zu einer Spontandemo gegen die Abschiebung eines Asylbewerbers gekommen

Neun Polizisten wurden demnach verletzt und drei Demonstranten festgenommen, als die geplante Abschiebung eines 20-jährigen Afghanen Proteste ausgelöst hatte. Die Folge war ein größerer Polizeieinsatz, es kam zu tumultartigen Szenen. Kurzzeitig nahm die Polizei drei Demonstranten fest. Als Polizisten den 20-Jährigen aus der Schule abholen wollten, gab es spontane Proteste. Seine Mitschüler sollen durch eine Sitzblockade die Abfahrt des Polizeiwagens behindert haben.

Innerhalb kurzer Zeit seien etwa 300 Menschen zusammengekommen, so die Polizei. Einige sollen Flaschen und sogar ein Fahrrad auf die Beamten geworfen haben.

Mithilfe von Pfefferspray und Schlagstöcken setzten sich die Polizisten schließlich durch. Zur Abwehr von Angriffen seien auch Schlagstöcke verwendet worden. Von den Demonstranten sei niemand verletzt worden.

Die Nürnberger SPD-Abgeordnete Angelika Weikert kritisierte die Abholung des afghanischen Schülers aus dem Unterricht. Die Bundesregierung habe zwar einen aktuell geplanten Abschiebeflug gestoppt. Durch solche Aktionen wird auch bei denen, die im Grundsatz nichts zu befürchten haben, Angst und Schrecken verbreitet. "Dieser Stopp muss aber auf unbestimmte Zeit ausgeweitet werden, bis eine Neubewertung der Sicherheitslage in Afghanistan vorliegt", verlangte SPD-Landeschefin Natascha Kohnen am Mittwoch. "Und es ist kaltblütig und inhuman, Menschen in dieses Land abzuschieben".

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer betonte, dass es bei Abschiebungen um Einzelfallentscheidungen gehen müsse. Es könne nicht sein, dass alle anderen Bundesländer Zurückhaltung übten "und nur Bayern brachial abräumt", sagte der Sprecher des Flüchtlingsrats, Stephan Dünnwald. "Keinem einigermaßen vernünftigen Menschen ist diese Bedenkenlosigkeit erklärlich".

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