Hochrechnungen sehen May knapp an absoluter Mehrheit

Die britische Ministerpräsidentin Theresa May und ihr Ehemann Philip verlassen in Maidenhead ein Wahllokal in dem sie ihre Stimme abgegeben haben

Die Konservative Partei büßte ihre absolute Mehrheit nach den am Freitag vorliegenden Ergebnissen ein. Eine Partei kann auch eine Minderheitsregierung bilden und sich von kleineren Gruppen oder einzelnen Abgeordneten tolerieren lassen.

Bereits jetzt steht fest, dass die Wahl für Oppositionsführer Jeremy Corbyn ein Erfolg war: Unter seiner Führung konnte die Labour-Führung deutlich an Stimmen hinzugewinnen, was seine Position in der Partei (wo ihm seine Gegner vor allem das Argument der "Unwählbarkeit" für die Mitte entgegengehalten hatten) gefestigt haben dürfte: Die Personen, die Labour unter Tony Blair führten, sehen sich dort nun in einer ähnlichen Außenseiterposition wie sie Corbyn und seine Anhänger damals einnahm - und müssen sich überlegen, ob sie mit ihren Drohungen, sich woanders eine politische Heimat zu suchen, ernst machen.

Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatten die Tories mit 330 Sitzen die absolute Mehrheit errungen. Sie ist für keine Partei mehr zu erreichen. May hatte die Parlamentswahl eigentlich angesetzt, weil sie sich anhand der Umfragen im April einen deutlichen Ausbau dieser absoluten Mehrheit erhofft hatte. Für den 19. Juni ist die Queen's Speech geplant: Königin Elizabeth II. liest das Programm der neuen Regierung vor. "Natürlich werden wir mit ihnen (den Konservativen) über ihren Wunsch sprechen, eine Regierung zu bilden", sagte DUP-Politiker Jeffrey Donaldson der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Die Konservativen können sich um eine Koalition bemühen, wobei die Chancen dafür angesichts tiefgehender Meinungsverschiedenheiten eher gering sind. Sollten sich die Prognosen bestätigten, sei es Aufgabe der Tories, "sicherzustellen, dass wir diese Phase der Stabilität haben". Labour-Chef Corbyn forderte Mays Rücktritt. Schottlands Nationalpartei SNP verliert demnach deutlich. "Das ist wirklich genug, um zu gehen und Platz zu machen für eine Regierung, die wirklich alle Menschen dieses Landes repräsentiert".

Schwieriger dürften auf jeden Fall die Brexit-Verhandlungen werden.

May strebt eine konservative Minderheitsregierung mit Duldung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) an. Die ist nun nicht mehr gegeben. Alle anderen Parteien im Parlament sind gegen einen "harten Brexit" oder sogar gegen den EU-Austritt. Eine Zusammenarbeit der DUP mit Labour gilt als höchst unwahrscheinlich. Der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament Othmar Karas erklärte, das Ergebnis schwäche die Verhandlungspolitik Londons gegenüber der EU beim Brexit. Unklar sei, ob diese wie geplant beginnen könnten, sagt er dem Deutschlandfunk. Zunächst müssten die Scheidungsmodalitäten geklärt und dann an der Architektur der künftigen Beziehungen gearbeitet werden.

Einer aktualisierten Prognose der BBC zufolge werden die Konservativen 318 der insgesamt 650 Sitze erreichen. Als Niederlage endete die Wahlnacht auch für den ehemaligen britischen Vizepremier und Ex-Chef der Liberaldemokraten, Nick Clegg: Er verlor trotz dem leichten Zugewinn der Partei seinen Parlamentssitz. Die EU-feindliche United Kingdom Independence Party (Ukip) würde den Prognosen zufolge ihren einzigen Sitz im britischen Unterhaus verlieren. Der Ipsos-MORI-Befragung vom Donnerstag zufolge wollten 44 Prozent für die Konservativen und damit auch für "Misses Brexit" stimmen. Nigel Farage von der rechtspopulistischen Ukip-Partei twitterte: "Die Konservativen brauchen einen Anführer, der an den Brexit glaubt". Außerdem tauschte die Partei kurz vor der Wahl ihre umstrittene innenpolitische Sprecherin Diane Abbott aus.

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