Nach langer Suche: Finanzholding Porsche SE übernimmt erste Firma

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Die Porsche-Dachgesellschaft und VW-Mehrheitseigentümerin Porsche SE hat 97 Prozent der Aktien des Karlsruher Softwareentwicklers PTV für mehr als 300 Millionen Euro gekauft. PTV steht für "Planung Transport Verkehr". Auch das Europäische Verkehrsmodell, das für die EU-Kommission im Projekt Trimode den gesamten Personen- und Güterverkehr in Europa abbildet, wird derzeit mit PTV-Software entwickelt. Tatsächlich investierte die SE in zehn Jahren neben VW nur in eine Firma. Ausgezeichnet als Weltmarktführer entwickelt das Unternehmen intelligente Softwarelösungen für die Transportlogistik, die Verkehrsplanung und das Verkehrsmanagement. Doch die Suche nach geeigneten Übernahmekandidaten verlief bisher schwierig: 1200 Beteiligungen wurden geprüft und nahezu alle verworfen.

Entsprechend erleichtert war der für Investitionen zuständige Porsche-SE-Vorstand Philipp von Hagen am Mittwoch nach der Verkündung des Kaufs. Porsche SE verfolgt damit ihren langfristigen Investitionsansatz und sieht in der Optimierung von Personen- und Warenströmen ein erhebliches Wachstumspotenzial.

Die PTV Group bewege sich an der Schnittstelle wesentlicher Trends, die die Porsche SE als "besonders relevant" für die künftige Entwicklung der Mobilitätslandschaft betrachte.

Durch die Übernahme schmilzt das Geldpolster der Porsche SE. PTV-Chef Vincent Kobesen zeigte sich erfreut über den finanzkräftigen Investor, der bei der Erschließung neuer Märkte helfen werde. Der Gewinn ist aber nicht bekannt. Älteren Zahlen zufolge hatte PTV aber eine Verdienstspanne von 16 Prozent. Der Kaufpreis beträgt über 300 Millionen Euro. Euro geplant. PTV gehört einem größeren Kreis von Gesellschaftern, die teilweise durch Einbringung von Firmen Anteile halten.

PTV hat seinen Hauptsitz in Karlsruhe und beschäftigt weltweit rund 700 Mitarbeiter an 20 Standorten. Porsche-Vorstand von Hagen verneinte das: "Der Kaufpreis beruht auf einer sehr fundierten Bewertung und ist absolut angemessen, die Firma wächst sehr schnell - das ist im Kaufpreis mit drin".

Nach dem Kauf hat die Porsche SE noch rund eine Milliarde Euro auf der hohen Kante. In den Modellen wird zum Beispiel analysiert, wie der Verkehr in Städten fließt und besser fließen könnte.

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