Polanski-Opfer fordert Ende der Strafverfolgung

Roman Polanski heute und im Jahr 1977

Die als Kind von Regisseur Roman Polanski missbrauchte Samantha Geimer will sich vor Gericht für ein Ende der Strafverfolgung des Oscar-Preisträgers einsetzen. Das sagte dessen Anwalt Harland Braun und führte aus: "Sie hat den Fall satt". Sie spreche nicht im Namen Polanskis, lege dem Richter Scott Gordon aber dringend ans Herz, einen 83-Jährigen nicht ins Gefängnis zu stecken.

Sichern Sie sich mit TA-Plus alle Inhalte der TA-Webseite und unserer Smartphone-App. Am Freitag forderte die Amerikanerin Samantha Geimer in Los Angeles die Einstellung des langjährigen Verfahrens gegen ihn. Die heute 54-jährige Geimer sagte später, sie habe Polanski vergeben. Auf die Frage, ob sie Polanski für einen Pädophilen halte, antwortete die Frau: "Ich war fast 14, nicht 10".

Polanski hatte 1977 den Missbrauch des Mädchens in der Villa seines Freundes Jack Nicholson zugegeben und verbrachte 42 Tage in einer Haftanstalt unter psychiatrischer Beobachtung. Unmittelbar vor der Urteilsverkündung gab es aber Zweifel an der Zusage und der Regisseur floh nach Frankreich.

Polanski hatte die damals 13-jährige Geimer 1977 laut Gerichtsakten mit Champagner und einem Beruhigungsmittel betäubt und dann Geschlechtsverkehr mit ihr gehabt.

Polanski will nach Angaben seines Anwalts nach so vielen Jahren auf der Flucht vor der US-Justiz endlich wieder in die USA zurückkehren können, ohne eine lange Haftstrafe fürchten zu müssen. Geimers Anwalt äußerte sich nicht. In einem früheren Brief an die Staatsanwaltschaft hatte sie der Anklage das Vertuschen von Prozessfehlern und korrupte Machenschaften vorgeworfen. Über Jahre hinweg habe die Behörde es unterlassen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, so der Vorwurf. Sein Anwalt will erreichen, dass eine bisher unter Verschluss gehaltene Aussage des damaligen Staatsanwalts Roger Gunson veröffentlicht wird. Er soll 2010 wichtige Äußerungen gemacht haben, die Polanskis Gesuch untermauern könnten, dass er seine Haftstrafe bereits abgesessen habe und ihm damit bei der Einreise in die USA keine weitere Gefängnisstrafe drohen würde. Sie war hochschwanger, als sie 1969 von Anhängern der Charles-Manson-Sekte ermordet wurde.

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