Russland wollte mit Hacks die US-Wahl beeinflussen — Ex-FBI-Chef

US-Präsident Donald Trump im East Room des Weißen Hauses in Washington

In einem langen schriftlichen Statement für den Ausschuss bestätigte Comey denn auch, dass Trump ihn gebeten habe, die wegen der Russlandaffäre über seiner Präsidentschaft hängende "Wolke" zu vertreiben und die Ermittlungen gegen den zurückgetretenen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen.

Am Donnerstag las Comey diese Erklärung allerdings nicht vor, sondern beantwortete direkt die Fragen der Senatoren.

Bei der Anhörung warf Comey Trump zudem persönliche Diffamierung vor. Haben Trumps Mitarbeiter mit Hilfe Russlands die amerikanische Präsidentschaftswahl beeinflusst und sich so kompromittierende Informationen über die Demokraten beschafft? Trump sei kein Lügner, teilte Sarah Huckabee, eine Sprecherin des Präsidialamtes, mit. Das können sie mit Gewissheit sagen. Als Trump Loyalität eingefordert habe, sei es zu einer "unangenehmen Stille" gekommen, während der er sich "weder bewegt, noch gesprochen oder seinen Gesichtsausdruck verändert" habe, sagte Comey. "Ich wusste, dass der Tag kommen könnte, an dem ich Aufzeichnungen über das brauchen würde, was passiert ist", so Comey. Und weil er auch gespürt habe, Trump würde über ihre Zweiertreffen die Unwahrheit sagen, habe er sich halt im Anschluss Notizen gemacht.

Comey kritisierte, Trumps Regierung habe seine Entlassung als FBI-Chef mit einer schlechten Führung und einer schwachen Position der Bundespolizei begründet. Der Präsident hatte zunächst verschiedene Gründe angegeben und dann später in einem Interview gesagt, er habe auch "diese Russland-Sache" im Kopf gehabt. Die Haltung des Präsidenten zu den Ermittlungen in der Russland-Affäre bezeichnete der Entlassene als "sehr beunruhigend".

Der Ex-FBI-Direktor ist der Frage ausgewichen, ob US-Präsident Donald Trump versucht hat, die Justiz zu behindern. Besonders belastend für den Präsidenten ist die Behauptung Comeys, dieser habe von ihm gefordert, die FBI-Ermittlungen gegen seinen ehemaligen Sicherheitsberater Michael Flynn fallen zu lassen. Flynn gilt als Schlüsselfigur der Russland-Affäre. So versuchten Senatoren Comey daraufhin zu befragen, dass Trump nur gesagt habe, er "hoffe", dass Comey die Ermittlungen gegen Flynn einstellen könne. Diese, so Comey, habe er als Anweisung verstanden, die laufenden Ermittlungen gegen den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Auch seine Kollegen bei FBI seien schockiert gewesen, dass die Ermittlungen gegen Flynn eingestellt werden sollten. Republikanische Mitglieder des Geheimdienst-Ausschusses zweifelten daraufhin an, ob der Ausdruck einer Hoffnung eine klare Aufforderung sein kann. Dabei ging es auch um Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern der Regierung in Moskau.

In seinen Äußerungen zeichnete Comey das Bild eines Präsidenten, der die Unabhängigkeit des FBI durch Loyalitätsappelle aushebeln wollte. "Nach meiner Einschätzung bin ich wegen der Russland-Ermittlungen gefeuert worden", sagte Comey.

Der frühere FBI-Chef betonte, er habe keinerlei Zweifel, dass Russland die Computer von US-Regierungsorganisationen und regierungsnahen Einrichtungen gehackt habe, um Einfluss auf die Wahlen 2016 zu nehmen.

Im Sommer 2015 sei er erstmals auf mutmaßlich russische Hackingversuche aufmerksam geworden.

Trump selbst zeigte sich entschlossen zur Gegenwehr: "Wir werden kämpfen und gewinnen", sagte der Präsident vor Anhängern in Washington. Er hat den Präsidenten der Vereinigten Staaten offen der Lüge bezichtigt. "Sie werden zurückkommen", sagte er.

Comey äußerte sich in diesem Zusammenhang auch zum russischen Botschafter Sergej Kisljak, der sich mit mehreren Beratern Trumps getroffen hatte und in der Russland-Affäre eine Schlüsselrolle hat.

Comey sagte, dass die Niederschriften jeweils sofort nach den Gesprächen auf Grund der Erinnerungen entstanden seien.

Die Anhörung von Ex-FBI-Direktor Comey in gesamter Länge.

Andere Nachrichtensender setzten den Fokus eher auf Comeys Aussagen, nach denen Trump log oder er dessen Worten kein Vertrauen schenkte. Drei Stunden ging es hinter verschlossenen Türen weiter.

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