Air Berlin vor dem Aus? Jetzt kann nur noch ein Wunder helfen

Gespräche mit dem Tui-Konzern über die geplante Gründung eines gemeinsamen Ferienfliegers wurden abgesagt und werden nicht fortgeführt, teilte Tui am Donnerstag mit.

Osnabrück. Es steht nicht gut um Air Berlin. Nachmittags wurden "Beruhigungspillen" gestreut. Kurz: Air Berlin erhofft sich Unterstützung vom Staat.

Etihad hat diesen Plan aber gemäss Angaben von Tui aufgegeben. Das schließt auch eine mögliche Wiederaufnahme der Gespräche über Niki nicht aus, da man weiterhin von den Vorteilen des Joint Ventures überzeugt sei.

Der jahrelange Niedergang der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin steuert auf das Ende zu: entweder Pleite oder Übernahme durch die Lufthansa. Niki fliege weiterhin verlässlich zu den Warmwasserdestinationen und habe auch den Flugplan für die kommende Wintersaison freigeschaltet. Niki bleibt nun erst einmal im Konzern.

"Im Dezember 2016 kündigte Air Berlin an, dass sie mit der Etihad Investment Company LLC eine Übereinkunft getroffen hat, sämtliche von ihr indirekt an der Niki Luftfahrt GmbH gehaltenen Anteile zu veräußern". Die neue Fluggesellschaft sollte ihren Sitz in Wien haben und europäische Touristikziele anfliegen. Der Bund könne bei Beteiligung eines ostdeutschen Landes und Bürgschaften von mehr als 10 Millionen Euro eine zusätzliche Absicherung übernehmen, erläuterte sie zum Verfahren. Für Air Berlin sei die Entwicklung ein "Brandbeschleuniger", sagte ein Beobachter.

Der Großinvestor Etihad will doch nicht mehr mit Tuifly zusammenarbeiten.

Eine solche Prüfung dauert einige Wochen bis Monate, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Die arabische Airline habe deshalb die Verhandlungen mit TUI beendet. Etihad habe sich entschieden, nicht weiter zu verhandeln, hieß es in einem Schreiben des Tui-Konzerns an seine Mitarbeiter. Das war so aber nicht abgemacht. Der Anbieter aus Österreich sollte dann - unter Führung von Etihad - in dem Gemeinschaftsunternehmen mit TUI aufgehen, das in diesem Segment seit Jahren mit TUI Fly tätig ist.

Bei den rund 850 Niki-Beschäftigten ist trotz einer Jobgarantie, die im Februar gewährt wurde, die Unsicherheit, wie es weitergeht, jedenfalls wieder gestiegen. Dass dies wieder "aufgedröselt" wird, gilt als unwahrscheinlich. "Jetzt wissen wir nicht, wie es weitergeht", so Betriebsratschef Stefan Tankovits zur Presse. In der Wiener Belegschaft wartet man auf Informationen.

Die Lage von Air Berlin hat sich zuletzt drastisch verschlechtert. Es müsse einen Alternativplan vorlegen, erklärte die Gewerkschaft.

Die restlichen 35 Maschinen der Tochter Niki sollten in eine neue Touristik-Airline eingebracht werden, an der sich auch der Reisekonzern Tui beteiligen wollte.

Bei Fluggästen sorgen zahlreiche Flugstreichungen von Air Berlin seit vielen Tagen für wachsenden Ärger.

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