Air Berlin will wie geplant Niki-Anteile an Etihad verkaufen

Air Berlin will wie geplant Niki-Anteile an Etihad verkaufen

Der Großaktionär der Fluggesellschaft, Etihad Airways, hatte zuvor mitgeteilt, dass der zwischen Air Berlin und dem Touristikkonzern TUI ausgehandelte Ferienflugverbund gescheitert sei. Medienberichten zufolge hat Etihad die Gespräche über die Schaffung eines neuen Ferienfliegers abgebrochen. Beide Seiten ließen gestern offen, woran es lag.

Wie diese Lösung aussehen soll, dazu hüllen sich die Beteiligten in Schweigen. Nach Angaben der Ministeriumssprecherin muss Air Berlin nun alle Unterlagen einreichen, dann beginne das Verfahren. Keine Airline bietet mehr Langstreckenflüge ab der NRW-Landeshauptstadt an als Air Berlin - Lufthansa scheint bereit, beispielsweise eine Reihe an Direktflügen in die USA zumindest für einige Jahre zu übernehmen.

TUI müsse zur Kenntnis nehmen, dass Etihad "offenbar mit Blick auf Investments in Europa, insbesondere Alitalia und Airberlin, neue Pläne verfolgt". Als möglicher Retter gilt dessen früherer Arbeitgeber, die Lufthansa, die inzwischen offen Interesse an einer Übernahme des größten Konkurrenten zeigt. Lufthansa will den Eindruck vermeiden, dass die Air-Berlin-Übernahme schon beschlossene Sache mit politischer Rückendeckung sein könnte und der Ex-Lufthanseat und heutige Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann den Laden nur über den Termin der Bundestagswahl im September bringen soll.

Zum Flugbetrieb teilte Etihad mit: "Die Urlaubsflüge der Air Berlin Group werden nun als separate Geschäftseinheit weitergeführt, unter der Marke Niki". Das Management müsse erläutern, welche Folgen der geplatzte Deal für die Belegschaft der Tuifly habe, sagte ein Sprecher. Mit der im Dezember 2016 vereinbarten Abgabe sicherte sich die hochdefizitäre Air Berlin eine Finanzspritze von 300 Mill. Der Wettbewerb besonders in Deutschland würde dadurch erheblich verringert, die Auswahl für die Kunden reduziert und die Folge könnten höhere Preise sein. "Damit verzettelten die über Jahre ihre Kräfte" sagt der Hamburger Airline-Experte Gerald Wessel, "während Billigflieger wie Ryanair und Easyjet das Preisniveau auf vielen Strecken immer weiter nach unten drückten". Noch fehlt ihnen allerdings die geschäftliche Anbindung an die touristischen Anbieter.

In der kommenden Woche trifft der Aufsichtsrat von Tuifly zusammen. Air Berlin sei nicht nur ein Berliner Unternehmen, "sondern trägt den Namen unserer Stadt täglich in die Welt hinaus". Der Konzern hat 38 Maschinen samt Personal für seine Töchter Eurowings und Austrian Airlines gemietet.

Sollten dabei Start- und Landerechte (Slots) frei werden, stünden aber Ryanair und Easy Jet als mögliche Abnehmer bereit. "Mit ihrer Marktmacht wollte die neue Gemeinschaftsfirma schon die Ticketpreise hochdrücken", sagt dazu Heinrich Großbongardt, Airline-Experte aus Hamburg.

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