Bericht: May will neue Regierung bilden

Nick Timothy zieht Konsequenzen aus Wahlschlappe Bild AFP

Die Zeit drängt, weil am 19. Juni die Verhandlungen mit Brüssel über einen EU-Austritt des Landes beginnen sollen.

Labour-Chef Jeremy Corbyn will in Großbritannien eine Minderheitsregierung bilden. Sie habe Stimmen, Sitze und Vertrauen verloren. "Wir sind bereit, diesem Land zu dienen", sagte Corbyn am Freitagvormittag. Sie wollte mit den Neuwahlen eine Bestätigung für ihren Kurs eines harten Brexits.

Theresa May hatte die vorgezogene Neuwahl mit dem Ziel ausgerufen, um vor Beginn der Brexit-Verhandlungen ihre Regierungsmehrheit im Unterhaus zu verbreitern. Wie die Trennung von der EU vollzogen werden soll, war eines der Themen im Wahlkampf - aber nicht das dominierende. Die Pläne der Konservativen, auch einen sogenannten harten Brexit ohne Abkommen mit der EU durchzusetzen, müssten aufgegeben werden. Allerdings wäre ein weicher Brexit wahrscheinlich für die EU mit Zugeständnissen verbunden.

Dass knapp die Hälfte der Briten beim Brexit-Referendum im vergangenen Jahr für einen Verbleib in der EU gestimmt hatte, ignorierte sie. Einzig die Liberaldemokraten wollen den Brexit noch verhindern, dies gilt jedoch als aussichtslos.

Auch als der Wahlkampf dann einmal gestartet war, machte May einen Fehler nach dem anderen.

Die Premierministerin bleibt zunächst im Amt. Die Folgen für Wirtschaft und Bürger wären in diesem Fall kaum absehbar. Die Liberaldemokraten schlossen Koalitionen aus.

Unterdessen haben in Belfast die Gespräche mit der nordirisch-konservativen Partei DUP begonnen, die den Konservativen im Unterhaus künftig zu einer Mehrheit verhelfen soll.

May hat mit der Ansage Wahlkampf gemacht, einen harten Brexit herbeizuführen. Sie war als frühere Innenministerin für den starken Personalabbau bei der Polizei mitverantwortlich. Ihre konservativen Tories waren als stärkste Kraft aus der Wahl am Donnerstag hervorgegangen, hatten aber klare Verluste erlitten. Allerdings stellte May bisher nicht klar, wie sie mit der DUP zusammenarbeiten wird. Auch Vorschläge zur Sozialpolitik waren bei den Briten nicht gut angekommen. So viel ist klar: Auch May will eine rasche Vereinbarung über die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und der Briten in der EU.

Theresa May hat nicht hoch gepokert und verloren. Die absolute Mehrheit von 326 Sitzen wurde um acht Sitze verfehlt. Labour holte damals 232 Sitze. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatte die SNP noch 56 von 59 möglichen Sitzen geholt.

Großbritannien hat ein reines Mehrheitswahlrecht. Vor zwei Jahren war sie noch in einem Wahlkreis stärkste Kraft geworden und bekam landesweit 12,6 Prozent der Stimmen. Kleine Parteien werden durch dieses Wahlsystem meist benachteiligt.

Im Fernsehen zogen die politischen Gegner kräftig über die Konservative her, ohne dass May sich wehren konnte - sie hatte zuvor die Teilnahme an gemeinsamen TV-Duellen abgelehnt.

Eine Zeit der Demut ist angezeigt - für Politiker, aber auch für politische Beobachter wie mich selbst. Nach Veröffentlichung der ersten Wahlprognose am Donnerstagabend verbreitete der Post sich schnell in den sozialen Netzwerken. Danach wird abgestimmt - hierbei handelt es sich de facto um eine Vertrauensabstimmung für die neue Regierung, also die Nagelprobe.

Am 13. Juni wird das Parlament voraussichtlich erstmals wieder zusammenkommen.

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