D: Muslime rufen zu Demo gegen Terror auf

Lamya Kaddor hier im Januar bei einer Konferenz in Hamburg ist unter anderem Islamwissenschaftlerin und Buchautorin

"Sie töten Unschuldige, was seit über tausend Jahren ein No-Go für Muslime ist", sagte Kaddor.

Zuvor waren auch nach der Unterbrechung des Musik-Festivals "Rock am Ring" am Pfingstwochenende wegen Terrorgefahr Stimmen laut geworden, die von Muslimen eine klarere Haltung gegen Terror forderten. Mitorganisator und Friedensaktivist Tarek Mohamad rechnet am Sonnabend mit bis zu 10.000 Teilnehmern bei dem Marsch.

Vor wenigen Tagen löste der "Rock am Ring"-Veranstalter Marek Lieberberg eine Debatte aus, als er nach einem Terroralarm seiner Wut Luft machte: "Ich bin der Meinung, es muss jetzt Schluss sein mit This is not my Islam!". "Ich würde mir wünschen, dass Imame Arm in Arm in Europa auf die Straße gehen und so deutlich machen, dass sie den Terroristen weder ihre Religion noch ihre Kinder überlassen", sagte die Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Cemile Giousouf, der "Rhein-Zeitung". Es gehe ihr um eine Verurteilung des islamistischen Terrorismus und um ein gemeinsames Bekenntnis der Muslime zur "offenen und pluralistischen Gesellschaft".

Der Chef des Zentralrat der Muslime @aimanMazyek mit einem persönlichen Demo-Aufruf!

Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor will eine "breite, muslimisch getragene gesellschaftliche Ächtung" von Extremisten. Auch Schauspieler und Comedian Fatih Cevikkollu wird sich mit einem "kleinen Unterhaltungsprogramm" am Friedenmarsch beteiligen. Auch der Generalsekretär der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), Bekir Alboga, sprach sich für die Unterstützung der Großdemo von Muslimen gegen den islamistischen Terror aus: "Wir haben schon bisher jeden Anschlag aufs Schärfste verurteilt". Ob dies der Vorsitzende Aiman Mazyek sein werde, stehe allerdings noch nicht fest. Ob die Ditib den Aufruf auch offiziell unterschreibe, werde kommende Woche im Vorstand beraten. Es helfe aber den Terroristen, wenn alle Muslime unter Generalverdacht gerieten.

Neben dem Friedensmarsch wird am Samstag die Frauenrechtlerin Seyran Ates in Berlin eine Moschee eröffnen, die sich ausdrücklich als liberal versteht. Er könne es Nichtmuslimen jedoch nicht verdenken, wenn diese "von jedem Muslim erwarten, sich vom muslimisierten Terrorismus zu distanzieren". Sie rief "die schweigende Mehrheit der friedlichen Muslime" dazu auf, stärker gegen eine Radikalisierung im Islam vorzugehen.

"Der Islamismus hat natürlich etwas mit dem Islam zu tun".

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