Die documenta ist eröffnet

Parthenon der Bücher

Kassel. Vorrang für die Kunst: Getreu diesem Motto haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos bei der documenta-Eröffnung in Kassel selbst Hand angelegt. Ab Samstag steht die größte Kunstausstellung der Welt für das Publikum aus aller Welt offen.

Die Installation der Argentinierin Marta Minujín ist schon jetzt eine Attraktion: der "Parthenon der Bücher" auf dem Friedrichsplatz.

Die documenta soll "eine Erfahrung" sein, sagt der künstlerische Leiter.

Auf dem Weg durch Kassel entdeckt "hauptsache kultur" documenta-Kunstwerke auf Schritt und Tritt. Mehr als 160 Künstlerinnen und Künstler zeigen auf der weltweit wohl wichtigsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst ihre Werke. Bis 17. September sind Arbeiten von rund 160 Künstlern zu sehen. Der Nachbau des griechischen Tempels ist bereits mit mehr als 40 000 verbotenen Bücher behängt und wird weiter bestückt. Erstmals findet die documenta heuer gleichberechtigt in Athen statt, wo sie bereits seit April zu besuchen ist.

Die historische Torwache in Kassel ist verschwunden hinter alten Jutesäcken. Auf Stelzen hat Macotela eine Mühle nachgebaut, mit der Minen-Sklaven in Bolivien Silbermünzen herstellen mussten. Leitplanken aus Beton sind am Friedrichsplatz und an der Wilhelmshöher Allee aufgestellt worden. Szymczyk würde dann nicht nur mit dem zwei-Städte-Konzept sondern auch mit einem Besucherrekord in die documenta-Geschichte eingehen.

Allein, um sich einige der vielen Performances anzusehen, die an zahlreichen Veranstaltungsorten Kunst gleichsam von der Wand holen und zum Leben erwecken sollen - "zur Veränderung unserer Sichtweisen und unserer Gedankengebäude", wie Boris Rhein, hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, in seiner Ansprache zur Pressekonferenz formulierte. Vor fünf Jahren sorgte er mit seiner Skulptur auf dem Turm der Sankt-Elisabeth-Kirche für Streit und wurde damit quasi zum populärsten documenta-Künstler des Jahres, ohne jemals von der documenta eingeladen worden zu sein.

Die documenta 14 wird von dem polnischen Kurator Adam Szymczyk geleitet. Seit gestern ist sie für das Fachpublikum und Medienvertreter zugänglich. In Kassel wie auch in Athen dauert die documenta jeweils 100 Tage. In der Neuen Galerie etwa hängt sich die Künstlerin Yael Davids während ihrer 40-minütigen Performance kopfüber an ein verknotetes Seil und liest einen Text vor. Erwartet werden an beiden Orten bis zu einer Million Besucher.

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