Erste Runde der Parlamentswahl in Frankreich läuft

Der französische Präsident Emanuel Macron begrüßt seine Anhänger

Angesichts des französischen Wahlsystems, welches - zur Kleinhaltung des Front Nationals - auf einem Mehrheitswahlrechts beruht, wird es in jenen Wahlkreisen, in denen kein Kandidat die absolute Stimmenmehrheit erhält, nächsten Sonntag zur Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten kommen. Erst am Abend des 18. Juni steht demnach die vollständige Zusammensetzung des französischen Parlaments für die kommenden fünf Jahre fest.

Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte haben gewählt.

Der Chef der Linkspartei France Insoumise, Mélenchon, schrieb auf Twitter in Anspielung auf geplante Reformen von Präsident Macron, die niedrige Wahlbeteiligung zeige, dass es keine Mehrheit in Frankreich gebe, die Arbeitnehmerrechte "zerstören" wolle. Nach Angaben des Innenministeriums kamen Macrons Partei "La Republique en Marche" und die verbündete MoDem-Partei am Sonntag auf 32,3 Prozent der Stimmen. Nur knapp 30 erfahrene Parlamentarier treten für das Macron-Lager an, die meisten von ihnen aus den Reihen der ehemals regierenden Sozialisten.

Allerdings würde Macrons Lager auch bei einer klaren Mehrheit in der Nationalversammlung nicht das ganze Parlament dominieren. Von der Wahl wird ein fundamentaler Umbruch des Parteiensystems erwartet. Das würde Macron helfen, umstrittene Reformvorhaben wie die Arbeitsrechtsnovelle durchzusetzen. Ähnlich wie schon bei der Präsidentschaftswahl dürfte Macron den Konservativen und Sozialisten Einbußen bescheren: Letzte Umfragen sahen die konservativen Republikaner bei rund 22 Prozent, die Sozialisten von Ex-Staatschef François Hollande sogar nur bei acht Prozent. Unter ihren Kandidaten sind zahlreiche Vertreter der Zivilgesellschaft und Polit-Neulinge - davon strikt die Hälfte Frauen. Die Vorsitzende der rechtspopulistischen Front National (FN), Marine Le Pen, wählte im nordfranzösischen Hénin-Beaumont, wo sie auf ein Abgeordnetenmandat hofft. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete am Freitag Vorermittlungen wegen des Verdachts der Veruntreuung von EU-Geldern ein. Erste Hochrechnungen werden gegen 20 Uhr erwartet. Zugleich müssen damit mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten für ihn gestimmt haben. Die Enthaltung wird von Meinungsforschern auf zwischen 40 und 51 Prozent geschätzt, das wäre ein neuer Höchststand in der 1958 gegründeten Fünften Republik. Für einen Sieg im ersten Wahlgang braucht ein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen. Der Wahlgang fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt, rund 50.000 Polizisten waren im Einsatz.

Zur Wahl aufgerufen sind mehr als 47 Millionen Franzosen. Grund ist die Serie islamistischer Anschläge in Frankreich: Dabei wurden seit 2015 insgesamt 239 Menschen getötet. Im alten Parlament hatte sie mit 277 Abgeordneten die Mehrheit.

Nur sehr wenige der 577 Wahlkreise bestimmten bereits im ersten Wahlgang ihren Abgeordneten - dazu ist eine absolute Mehrheit nötig. Im ersten Wahlgang der Präsidentenwahl vor wenigen Wochen hatten bis zum Mittag 28,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

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