Frankreich eröffnet Verfahren gegen LafargeHolcim

Juristisches Nachspiel Frankreich hat eine gerichtliche Untersuchung der syrischen Aktivitäten der Zementgruppe Lafarge Holcim ins Leben gerufen

Die Affäre um Schutzgeldzahlungen im syrischen Bürgerkrieg hat für den Zementriesen ein juristisches Nachspiel. Frankreich hat im Zusammenhang mit den Geschäften des Weltmarktführers in Syrien eine Rechtsuntersuchung eröffnet.

Im April hatte Konzernchef Eric Olson seinen Hut genommen.

Der börsennotierte Konzern steht unter anderem im Verdacht, terroristische Vereinigungen finanziert zu haben, Menschenleben gefährdet zu haben, und mehrere Personen zu menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen gezwungen zu haben.

Menschenrechtsorganisationen hatten im vergangenen Jahr Anzeige erstattet und Lafarge vorgeworfen, möglicherweise zur Finanzierung der Terrormiliz Islamischer Staat beigetragen zu haben.

Die französische Justiz hat ihre Ermittlungen gegen den Zementhersteller LafargeHolcim wegen mutmaßlicher Zahlungen an bewaffnete Extremisten in Syrien ausgeweitet. Davor hatten interne Untersuchungen ergeben, dass einige Massnahmen, die für die Weiterführung eines sicheren Betriebs des Werks in Syrien getroffen wurden, nicht akzeptabel waren und dass wesentliche Fehleinschätzungen vorgelegen hätten. Zuvor hatte bereits der frühere Lafarge-Lenker Bruno Lafont seinen Rückzug aus dem Lafarge-Holcim-Verwaltungsrat angekündigt, ohne allerdings einen klaren Grund zu nennen.

LafargeHolcim sei in dieser Sache nicht von der Staatsanwaltschaft Paris kontaktiert worden, hielt ein Firmensprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP fest. Ein Sprecher sagte am Dienstag, dass der Konzern bislang nicht Partei der Untersuchung sei.

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