Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an Kanadierin Margaret Atwood

Margaret Atwood

Die 77-jährige Atwood zeige in ihren Romanen und Sachbüchern "immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen", hieß es zur Begründung für die renommierte Auszeichnung.

Frankfurt/Berlin Margaret Atwood wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin Margaret Atwood zur diesjährigen Trägerin des Friedenspreises gewählt. Dies teilte der Vorsteher des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, zur Eröffnung der Buchtage Berlin mit.

Tatsächlich gehört die 1939 im kanadischen Ottawa geborene Schriftstellerin zu den wichtigsten und erfolgreichsten Autoren Kanadas. "Indem sie menschliche Widersprüchlichkeiten genau beobachtet, zeigt sie, wie leicht vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen kann". Durch sie erfahren erfahre man, wer man ist, wo man stehe und was man einem friedlichen Zusammenleben schuldig sei. Sie hat Romane, Kurzgeschichten, Essays, Theaterstücke, Drehbücher und Kinderbücher geschrieben. Ab 1964 war sie als Literaturwissenschaftlerin an verschiedenen Universitäten tätig. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis geht dem Statut zufolge an Persönlichkeiten, "die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen" haben. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Graeme Gibson, in Toronto. Erste Gedichte veröffentlichte sie in den frühen 1960er-Jahren. 1979) erlangte sie national wie auch international erste größere Bekanntheit.

In ihren literarischen und essayistischen Werken setzt sich Atwood intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinander. In dem utopischen Roman beschreibt sie eine Diktatur, in der Frauen als Gebärmaschinen benutzt werden. 2014) entwirft sie eine postapokalyptische Welt, durch die sie die ökologischen Auswirkungen und gefährliche Strömungen in der Gesellschaft ins Auge nimmt.

Ihr Essay "Payback. Schulden und die Schattenseiten des Wohlstands" (2008) thematisiert die Voraussetzungen und Folgen der weltweiten Finanzkrise. Mit Salman Rushdie führt sie seit Mai diesen Jahres eine Kampagne des internationalen Schriftstellerverbands PEN an, die verfolgte und von Zensur bedrohte Menschen unterstützen soll.

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