Kreml-Kritiker Nawalny festgenommen

Demonstranten am 26. März in Moskau Russland. Oppositionspolitiker und Kremlkritiker Alexej Nawalny hatte zu Straßenprotesten gegen Korruption in Russland aufgerufen

Die russische Polizei hat den Oppositionellen Alexej Nawalny noch vor Beginn einer nicht genehmigten Demonstration im Zentrum von Moskau in Gewahrsam genommen.

Nawalny witzelte unmittelbar nach der Urteilsverkündung auf Twitter: "30 Tage".

Bei Protesten gegen die russische Führung und gegen korrupte Politiker sind landesweit Hunderte Demonstranten festgenommen worden.

Das Gericht lehnte mehrere Anträge der Verteidigung ab. Der 41-jährige Nawalny gilt als einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Nach der Verurteilung witzelte Nawalny: "Ich verpasse deswegen auch noch das Konzert von Depeche Mode in Moskau".

Allein im sibirischen Nowosibirsk protestierten am Montag nach Angaben örtlicher Medien rund 3000 Menschen gegen Korruption, weitere Demonstrationen am Unabhängigkeitstag gab es in zahlreichen anderen Städten. Ursprünglich hatte Nawalny eine Genehmigung für einen Ort im Norden Moskaus bekommen. Ihm werden unter anderem Verstöße gegen das Versammlungsrecht vorgeworfen. Es war bereits Nawalnys zweite Festnahme bei einer von ihm organisierten Kundgebung in diesem Jahr. Das bürgerrechtsnahe Portal OVD-Info berichtete von Dutzenden Festnahmen in der Provinz, etwa in Wladiwostok, St. Viele Teilnehmer wurden noch in der Nacht aus dem Polizeigewahrsam freigelassen. Nawalny hatte ihm in einem Online-Video Korruption vorgeworfen. Er kündigte daraufhin an, trotzdem bei der für März 2018 geplanten Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Wladimir Putin anzutreten.

Die Europäische Union fordere die sofortige Freilassung aller Festgenommenen, teilte ein Sprecher mit. "Die Festnahme Hunderter friedlicher Demonstranten und die eingesetzte Gewalt (.) bedrohen die Meinungsfreiheit und das Recht auf Versammlung", hiess es in einer Mitteilung.

Der Kreml wies Kritik am Vorgehen der Polizei zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte dem regierungskritischen Internet-Sender Doschd, jegliche Provokationen und illegale Aktionen müssten verhindert werden. In einem Schnellverfahren wurde er zu 15 Tagen Haft verurteilt. "Ich habe keine Losungen gerufen, habe nicht gegen das Gesetz verstoßen", beteuerte er. Schlimm genug, dass sie das Land ausplündern.

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