Nach Festnahme bei Demonstration: Kreml-Kritiker Nawalny zu 30 Tagen Haft

Polizisten hinter Barrikaden am Montag in Moskau wo rund zehn Menschen schon vor Beginn der Demonstration festgenommen wurden

Auch Nawalny musste mehrere Tage in Arrest. Julia Nawalnaja. Die Behörden teilten mit, Nawalny würden Verstöße gegen die Regeln zur Organisation von Kundgebungen sowie Ungehorsam gegen die Polizei vorgeworfen. Bei dem nicht genehmigten Protest in Moskau waren der Menschenrechtsorganisation OWD-Info zufolge mehr als 700 Menschen in Gewahrsam genommen worden.

"Die Festnahmen sind illegal und grob", erklärte der Petersburger Lokalparlamentarier Maksim Resnik. In knapp 200 Städten in ganz Russland gab es Proteste. Nawalny hatte ihm in einem Online-Video Korruption vorgeworfen: Medwedew kontrolliere ein Milliardenvermögen durch ein Netzwerk an Stiftungen. Im sibirischen Nowosibirsk gingen nach Berichten örtlicher Medien rund 3000 Menschen gegen Korruption und Behördenwillkür auf die Straße. Bei den Demonstrationen in Moskau, Sankt Petersburg und anderen russischen Städten wurden auch mehr als 1500 seiner Anhänger festgenommen.

Ein Moskauer Gericht verurteilte den bekannten Oppositionellen am Montagabend, weil er zu landesweiten Protesten gegen Russlands Staatschef Wladimir Putin aufgerufen hatte.

"Sie haben Alexej im Hauseingang festgenommen", schrieb dessen Frau Julia wenige Minuten vor dem offiziellen Beginn des Protests auf Twitter. Eigentlich wollte er aber in der Nähe des Kremls demonstrieren. Am Kreml fand anlässlich des Nationalfeiertages ein Fest statt, bei dem die Teilnehmer in historischen Militäruniformen auftraten, alte Waffen präsentierten und Kampfszenen nachstellten.

Die Moskauer Stadtverwaltung hatte zuvor die Demonstration erlaubt und den Sacharow-Prospekt als Veranstaltungsort vorgeschlagen. Ursprünglich hatte Nawalny eine Genehmigung für einen anderen Ort im Zentrum bekommen. Außer ihm wurden allein in Moskau mehr als 1000 Menschen festgenommen.

Der 41-jährige Nawalny will im kommenden Jahr als Präsidentschaftskandidat antreten.

Nawalny tritt offen gegen den Kreml auf, erfolgreich ist er vor allem mit seinem Fonds zur Korruptionsbekämpfung.

Aus diesem Vorwurf zog die russische Führung aber keine Konsequenzen.

Nawalny, der bereits Ende März für 15 Tage inhaftiert wurde, hatte für Montag - dem russischen Unabhängigkeitstag - zu landesweiten Protesten gegen die Korruption im Land aufgerufen. Russland feiert am 12. Juni die Unabhängigkeit von der Sowjetunion seit 1991.

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