OECD: Einkommenskluft so groß wie seit 50 Jahren nicht

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bei der Vorstellung des OECD-Beschäftigungsausblicks 2017

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles fordert dafür ein persönliches Erwerbstätigenkonto mit 20.000 Euro für jeden Erwachsenen beim Start ins Arbeitsleben. "Die Einkommensungleichheit ist beispiellos im Moment und gefährdet den sozialen Zusammenhalt", sagte OECD-Generalsekretär Ángel Gurría am Dienstag bei einer Konferenz der Organisation in Berlin.

Von Nahles' Vorschlag könnten diejenigen profitieren, die unter der von der OECD festgestellten Spreizung des Arbeitsmarkts leiden. Das sei deutlich höher als der Durchschnitt im OECD-Raum von 61 Prozent.

Im Beschäftigungsausblick der OECD schneidet Deutschland im internationalen Vergleich sehr gut ab. Dafür gibt es mehr Jobs für Hoch-, aber auch für Geringqualifizierte. Viele Fabrikarbeiter hätten schlechter bezahlte Jobs im Dienstleistungssektor annehmen müssen, so die OECD.

Gleichzeitig nahm in der Schweiz zwischen 1995 und 2005 der Anteil Jobs für durchschnittlich Qualifizierte um mehr als 15 Prozent ab. Neun Prozent der Arbeitsplätze in den OECD-Ländern könnten in den kommenden Jahren automatisiert werden. Weitere 25 Prozent könnten sich massiv ändern. Die OECD empfiehlt aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und Kurzarbeitprogramme für Krisenzeiten.

Nahles zeigte sich optimistisch, "dass der Transformationsprozess der Digitalisierung und Globalisierung gut gemeistert werden kann". "Es geht nicht immer ohne Ruckeln". Einkommensausfälle bei Qualifizierung, Existenzgründung oder ehrenamtlichem Engagement sollten so kompensiert werden können. 20 000 Euro könnte eine sinnvolle Summe sein. Nun komme es ihr darauf an, Unterstützung dafür zu sammeln.

Nahles hatte über solch ein Konto bei der Vorstellung von Überlegungen zur Arbeitswelt im digitalen Zeitalter Ende November erstmals laut nachgedacht. Zur Finanzierung wollte sie sich noch nicht äußern. Nahles' Staatssekretär Thorben Albrecht sagte, man brauche dafür erst mal das nötige Steuergeld.

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