Trump will Justizministerium einschalten

US-Justizminister Jeff Sessions

Die Ermittlungen lasten auf Land und Präsidentschaft. "Der Präsident hat niemals, weder direkt noch indirekt, Herrn Comey dazu angehalten, jegliche Untersuchung einzustellen", sagte Kasowitz auf einer Pressekonferenz kurz nach der Anhörung.

Washington Die Aussage von Ex-FBI-Chef James Comey kann Trump in Schwierigkeiten bringen. Dies sei, so rechneten verschiedene Medien vor, eine seiner längsten Abwesenheiten auf Twitter, seit er im Sommer 2015 ankündigte, für das Präsidentschaftsamt kandidieren zu wollen. Er bekenne sich zum Artikel 5, sagte Trump. Der Präsident erklärte sich bereit, seine Aussagen auch unter Eid zu wiederholen. Er wäre froh, wenn er dem Sonderermittler Robert Mueller seine Version der Dinge darlegen könnte, fügte Trump hinzu.

Damit steht das Wort des Präsidenten gegen das Wort des früheren FBI-Chefs. Der einstige Behördenleiter hatte am Donnerstag unter Eid ausgesagt. Er habe diese Protokolle für notwendig gehalten, da er befürchtet habe, Trump könne über die Gesprächsinhalte "lügen".

Comey bestätigte in seiner Aussage am Donnerstag vor dem Geheimdienstausschuss, dass das FBI zumindest bis zu seiner Entlassung Anfang Mai nicht persönlich gegen Trump ermittelte.

Die Folgen von Comeys öffentlicher Aussage vor dem Ausschuss sind unklar.

Laut der Darstellung von Comey sieht Trump in dem angeblichen Skandal um die russische Wahlbeeinflussung den Versuch der politischen Gegner, an der Legitimität seines Wahlsiegs zu rütteln. Der Druck auf seinen Justizminister steigt - und der will nun aussagen. Ob es von seinen Gesprächen mit ihm Aufzeichnungen gibt, die das belegen könnten, will der Präsident aber nicht sagen. Diese Antwort gibt Trump öfter, wenn er Zeit gewinnen will.

Offizieller Anlass für den Auftritt von Trump war der Besuch des rumänischen Staatspräsidenten Klaus Iohannis (56). Moskau soll auf die US-Wahlen 2016 Einfluss genommen haben. Er untermauerte Vorwürfe einer Einflussnahme Trumps auf die Russland-Ermittlungen des FBI. Zuvor hatte Trump fast 46 Stunden nicht getwittert, was ungewöhnlich für ihn ist. Laut Comey sagte ihm der Präsident zu den Flynn-Ermittlungen: "Ich hoffe, Sie sehen einen freien Weg, dies sein zu lassen, von Flynn abzulassen". Comey sei davon ausgegangen, dass Trump ihn in diesem Zusammenhang aufgefordert habe, die Ermittlungen gegen dessen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn fallenzulassen. Eine zentrale Frage ist, ob Comeys Entlassung selbst sowie Trumps Äußerungen zu den Flynn-Ermittlungen eine Behinderung der Justiz darstellen. Comey machte in der Anhörung klar, dass wohl FBI-Sonderermittler Mueller diese Frage klären werde. Zum einen habe Trump sich keiner Zusammenarbeit mit Russland bei einer Wahlbeeinflussung schuldig gemacht, zum anderen habe das FBI nicht gegen ihn ermittelt.

Wie der Sender CNN berichtete, verschwieg Sessions auch ein drittes Treffen mit Kisljak während des Wahlkampfs.

US-Demokraten und weite Teile der Bevölkerung sehen Trump in der Krise.

Gibt es Aufnahmen zur Unterredung mit Comey?

Bei den von Comey weitergegebenen Informationen handelt es sich nach dessen Angaben jedoch um rein private und nicht als vertraulich eingestufte Gesprächsnotizen, die er unmittelbar nach seinen Kontakten mit Trump angefertigt habe. Sein Anwalt bereitet zudem nach Medienberichten eine Beschwerde gegen Comey beim Justizministerium vor.

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