Trumps Anwalt will Ermittlungen gegen Comey

Jeff Sessions

"Zu 100 Prozent", sagte Trump auf Nachfrage eines Journalisten.

Schon am Tag nach der detailreichen Comey-Aussage steht für die Unterstützer des US-Präsidenten fest: Trump ist entlastet. Er habe Comey auch kein Loyalitätsversprechen abgenommen, wie dieser ausgesagt hatte. Dass Trumps Sprecher schlechte Arbeit und mangelndes Vertrauen der FBI-Belegschaft als Begründung für den Rauswurf angaben, bezeichnete Comey als "Lüge". Der Präsident bezichtigt den von ihm persönlich am 9. Mai gefeuerten obersten Bundespolizisten damit indirekt des Meineids - und der Weiterleitung sensibler Infos. Comey führte nun aus, dass er Trumps Worte ("Ich hoffe, Sie sehen einen Weg, von Flynn abzulassen") als Anordnung verstanden habe.

Hat sich James Comey mit seinen Anschuldigungen gegen Donald Trump vor dem Untersuchungsausschuss ins eigene Fleisch geschnitten?

Die Folgen von Comeys öffentlicher Aussage vor dem Ausschuss sind noch nicht absehbar. Der Präsident machte klar, dass er sich nach der Aussage vollständig rehabilitiert sieht.

Auf die Frage, ob es von den Unterredungen mit Comey im Weißen Haus Aufzeichnungen gebe, sagte Trump ausweichend, dazu wolle er sich "in naher Zukunft" äußern.

Comey fühlte sich durch die von Trump genannten Entlassungsgründe diffamiert. Das FBI und Ausschüsse des Kongresses untersuchen, ob es Absprachen mit Mitgliedern aus Trumps Wahlkampfteam gab.

In seiner ersten direkten Reaktion auf Comeys Auftritt hatte Trump am Freitagmorgen auf Twitter geschrieben, er sehe sich trotz vieler falscher Erklärungen und Lügen "vollständig und total" bestätigt. "Wenn man den US-Präsidenten für fünf Stunden vor den unabhängigen Sonderermittler setzt, das wäre ein Desaster für Donald Trump". Moskau soll die amerikanische Präsidentenwahl 2016 beeinflusst und Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton geschadet haben. Auch habe er Comey nicht gebeten, Ermittlungen des FBI gegen den früheren nationalen Sicherheitsberater Mike Flynn einzustellen.

Comey war innerhalb des FBI hoch angesehen und gilt als integer - nicht zuletzt wegen seiner Aussagen vor dem Aufsichtsgremium der Vereinigten Staaten im Jahr 2007. Trump selbst ließ die Vorwürfe umgehend dementieren. Der Ex-FBI-Direktor hat zugegeben, dass ihm bei dieser Entscheidung nicht ganz wohl war. Zum einen habe Trump sich keiner Zusammenarbeit mit Russland bei einer Wahlbeeinflussung schuldig gemacht, zum anderen habe das FBI nicht gegen ihn ermittelt.

Unterdessen gerät auch Justizminister Jeff Sessions immer stärker in die Schlagzeilen. Beide haben mehrere bis heute nicht aufgeklärte Kontakte mit Russlands US-Botschafter Sergej Kisljak und dem Moskauer Bankier und Putin-Vertrauten Sergej Gorkow gehabt.

US-Demokraten und weite Teile der Bevölkerung sehen Trump in der Krise.

Der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses forderte unterdessen eine baldige Klarstellung: Sollten tatsächlich Aufzeichnungen existieren, solle die Regierung Kopien davon an das Komitee aushändigen, hieß es in einem Brief der Ausschussvorsitzenden an das Weiße Haus.

Comey gab in der Anhörung auch zu, selbst Informationen zu einem Gespräch mit Trump über einen Freund an die Medien geleitet zu haben, um so die Einsetzung eines Sonderermittlers zu erreichen.

Trumps Anwalt sagte, es sei nun an den Justizbehörden zu prüfen, ob wegen dieser Enthüllungen ermittelt werden müsse.

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