Zentralrat der Juden fordert Freigabe von Antisemitismus-Film

Julian Reichelt argumentiert mit „überragendem Interesse“ Bild veröffentlicht die umstrittene Antisemitismus-Doku die WDR und Arte unter Verschluss halten

Man prüfe intensiv, ob die Inhalte den journalistischen Standards des Senders entsprächen.

Köln (ots) - Der WDR berichtet seit Jahren über Antisemitismus und hat in dieser Tradition ARTE den Film "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" angeboten und ihn für ARTE produzieren lassen. Schuster hatte die Sender gebeten, ihre Entscheidung zu überdenken.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hatte am Mittwoch die TV-Sender Arte, WDR und ZDF aufgefordert, die Dokumentation freizugeben. Hat also der WDR solchen Mist geliefert, dass er arte nicht zuzumuten ist? Doch erschließe sich ihm nicht, warum formale Gründe die Ausstrahlung einer so wichtigen Dokumentation verhindern. Darin wird der Antisemitismus unter anderem in Deutschland, Frankreich, im Gazastreifen und im Westjordanland nachgezeichnet - auch der von Muslimen. In Schreiben an den Arte-Programmdirektor Alain Le Diberder, den Intendanten Peter Boudgoust vom SWR, Tom Buhrow vom WDR und den WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn äußert die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ihr Befremden darüber, dass der Film von Joachim Schroeder und Sophie Hafner nicht gezeigt werden soll.

Ein Film über Antisemitismus, den "Arte" bestellt hatte und nun nicht ausstrahlen will, wird zum Politikum. Der WDR hatte den Film ursprünglich bereits redaktionell abgenommen.

Die Autoren hatten sich laut Arte-Programmkonferenz nicht wie verabredet um den wachsenden Antisemitismus in Europa gekümmert, sondern zumeist im Nahen Osten gefilmt. So enthält der Film zahlreiche Ungenauigkeiten und Tatsachenbehauptungen, bei denen wir die Beleglage zunächst nachvollziehen müssen. Dabei gehe "Sorgfalt vor Schnelligkeit". Arte lehnt eine Ausstrahlung ab.

Der WDR habe aber "selbstverständlich großes Interesse", Informationen aus der Dokumentation zu veröffentlichen, soweit sie belegbar und journalistisch überprüft seien. So werde ohne Quellenangabe angeführt, dass "seriösen Schätzungen zufolge EU, europäische Regierungen, europäische Kirchen sowie von der EU mitfinanzierte UN-Organisationen jährlich 100 Millionen Euro Steuergelder an politische NGOs" überweisen, die "überwiegend israelfeindliche Kampagnen betreiben".

Unter anderem hatten sich die Historiker Michael Wolffsohn und Götz Aly für die Ausstrahlung des Films ausgesprochen.

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