Flüchtlingsdrama auf A4: Schlepper wurden abgehört

71 Flüchtlinge starben im Sommer 2015 einen qualvollen Erstickungstod in einem Kühllaster bei Parndorf

Jedoch wurden die Telefonate nicht rechtzeitig übersetzt und konnten so nicht ausgewertet werden, schrieb die "Süddeutsche Zeitung" auf ihrem Online-Portal.

Die gemeinsam mit NDR und WDR durchgeführten Recherchen ergaben, dass die Behörden auch bei der tödlichen Fahrt die Aufnahmegeräte mitlaufen ließen.

Insgesamt konnte das Recherchenetzwerk Hunderte Seiten Gesprächsprotokolle in Ermittlungsakten einsehen. Ein anderer sagte, dass er glaube, "dass sie keine Luft bekommen". Von Ruth Eisenreich und Cathrin Kahlweit mehr. Das verantwortliche Schleppernetzwerk hatte dem Bericht zufolge vor der tödlichen Fahrt bereits mindestens 28 ähnliche Fahrten, zum Teil auch mit Kühl-Lkw, organisiert. Dabei war zwar kein Flüchtling gestorben, allerdings mussten Geschleuste mehrfach nach dem Auffinden notärztlich versorgt werden, weil sie das Bewusstsein verloren hatten. Bei diesen Fahrten wurden Fahrer von der Polizei in Deutschland, Österreich oder Ungarn gefasst und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Am 13. August, also 13 Tage vor der Todesfahrt, hätten ungarische Ermittler dann begonnen, die Telefone abzuhören und die Gespräche aufzuzeichnen. Deshalb war ihnen das lebensgefährliche Vorgehen der Schleuser womöglich nicht aufgefallen.

Auch die entscheidende Todesfahrt des Kühllasters zeichneten die Ermittler auf. In einem Telefonmitschnitt beklage sich der Fahrer über die schreienden und klopfenden Flüchtlinge. Dieser verbot ihm aber, den Menschen Wasser zu geben: "Das geht nicht, dass er [der Fahrer] die Tür aufmacht", sagte er dem Komplizen. Der Fahrer dürfe nicht anhalten und solle immer weiterfahren. "Und falls sie sterben sollten, soll er sie in Deutschland im Wald abladen". Dass die Todesfahrt zu verhindern gewissen wäre, wies der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft im ungarischen Kecskemet, Gabor Schmidt, zurück, hieß es in den Medienberichten weiter. "Aber die Gespräche konnten erst zu einem Zeitpunkt übersetzt und ausgewertet werden, als diese tragische Schleusung schon durchgeführt war".

In ein paar Tagen beginnt der Prozess gegen jene 11 Schlepper, die für den Tod von 71 Flüchtlingen im August 2015 verantwortlich sein sollen. Ein Urteil soll bis Ende des Jahres gefällt werden.

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