Theresa May hat sich verzockt

DUP-Chefin Foster

Weder die Konservativen noch die oppositionelle Labour-Partei hatten am Freitagmorgen eine Chance, mehr als die Hälfte der 650 Wahlkreise für sich zu gewinnen. "Das ist wirklich genug, um zu gehen und Platz zu machen für eine Regierung, die wirklich alle Menschen dieses Landes repräsentiert".

Ungeachtet des Verlusts ihrer absoluten Mehrheit bei der Parlamentswahl will Premierministerin Theresa May die neue Regierung führen und am Zeitplan für den EU-Ausstieg festhalten.

Sie werde jetzt eine Regierung bilden, kündigte sie in London nach einem Treffen mit Königin Elizabeth II.an.

Dieses Bündnis werde "Gewissheit" bringen und das Land durch die Brexit-Gespräche führen, die am 19. Juni beginnen sollen, wie May bekräftigte. Labour will zwar einen weicheren Brexit und eng mit der EU zusammenarbeiten. Als möglicher Partner für May kam die nordirische protestantische Democratic Unionist Party (DUP) infrage, die bei zehn Sitzen lag. Mays Ziel war es, sich sowohl in ihrer Partei als auch im Land mehr Rückhalt für die Verhandlungen über den EU-Austritt zu sichern.

Mit der Neuwahl wollte May eigentlich die Mehrheit ihrer Partei deutlich ausbauen und sich Rückendeckung für die Austritts-Verhandlungen mit der EU verschaffen. Wichtige Minister wie Schatzkanzler Philip Hammond, Außenminister Boris Johnson, Innenministerin Amber Rudd, Verteidigungsminister Michael Fallon sowie Brexit-Minister David Davis würden im Amt bleiben, teilte Mays Büro am Freitagnachmittag mit. Die DUP erhielt zehn Sitze. Die jungen Wähler sind nach dem Brexit-Referendum aufgewacht und dieses Mal zur Wahl gegangen - und viele haben gegen die Tories gestimmt. Die Schottische Nationalpartei (SNP), die nach den Wahlen 2015 drittstärkste Kraft im britischen Unterhaus geworden war, verlor 21 ihrer 56 Sitze. Der Chef der EU-feindlichen britischen Partei Ukip, Paul Nuttall, trat nach einem desaströsen Ergebnis seiner Partei bei der Wahl zurück. Sie habe Stimmen, Sitze und Vertrauen verloren, sagte er.

Corbyn hingegen, dessen Labour Party im April in Umfragen noch 20 Prozentpunkte weniger als die Tories hatte, legte eine beispiellose Aufholjagd hin.

Europas Börsen reagierten mit leichten Gewinnen auf die Schlappe Mays.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat nach der britischen Parlamentswahl eine Abkehr vom Konzept des "harten Brexit" gefordert. May habe "jede Autorität und Glaubwürdigkeit verloren". Zeitplan und Positionen der EU dazu seien klar, betonte Verhandlungsführer Michel Barnier: "Lassen Sie uns die Köpfe zusammenstecken und einen Kompromiss finden". "Wir wissen, wann sie abgeschlossen sein müssen", erklärte er. Bis dahin müsste ein Austrittsabkommen verabschiedet sein.

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