Varadkar als irischer Premier bestätigt

Kennys Rücktritt kam nicht überraschend

Leo Varadkar ist kaum im Amt, schon findet er sich mitten im Chaos. Für das katholisch-konservative Irland ist der neue Premierminister eher ungewöhnlich: erst 38 Jahre alt, schwul und Halbinder. Der ehemalige Sozialminister hatte den bisherigen Regierungschef Enda Kenny bereits am 2. Juni an der Parteispitze der konservativen Fine-Gael-Partei abgelöst.

Der in Dublin geborene Sohn eines indischen Vaters und einer irischen Mutter entspricht dem neuen Politiker-Typus, er symbolisiert Umschwung, eine Abkehr vom Establishment - so wie es seine Kollegen Justin Trudeau in Kanada oder Emmanuel Macron in Frankreich vormachen.

Der neue irische Premier will vor allem ein Diener seines Staates sein. Irland legalisierte dann tatsächlich als erstes Land der Welt per Volksentscheid die Ehe für Homosexuelle, Zeichen eines radikalen gesellschaftspolitischen Wandels im einst tiefgläubigen Land. Die linksgerichtete Partei Sinn Fein ist drittstärkste Kraft im irischen Parlament. Der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU hat auch für Irland Folgen: Die neue EU-Außengrenze wird zwischen Irland und Nordirland liegen. Experten befürchten Nachteile für die stark verflochtene Wirtschaft. Varadkar hatte nach der britischen Wahl gesagt, die Verluste der Konservativen ließen auf einen "weichen Brexit" - also einen Verbleib im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion - hoffen. Am Mittwochnachmittag hatten die Parteien aber noch keine Einigung erzielt.

Der scheidende Premierminister Enda Kenny lobte seinen Nachfolger: Er würde ein "modernes, vielfältiges und inklusives Irland" repräsentieren, ein Irland, "in dem jeder Mensch sein Potential ausschöpfen und seine Träume leben kann". Kenny stand seit Monaten wegen seiner Rolle in einer Schmutzkampagne gegen einen Polizei-Whistleblower in der Kritik. Kenny leitete noch ein Treffen des Kabinetts, bevor er am Abend zu Präsident Michael Higgins fuhr, um seinen Rücktrittserklärung abzugeben.

Nach seiner Wahl gelobte Varadkar, der sich selbst als konservativ-liberal bezeichnet und einer sehr fragilen Minderheitsregierung vorsteht, ein Premier für alle Iren sein zu wollen. Bei einer parteiinternen Wahl um die Nachfolge von Kenny als Parteivorsitzender setzte sich der Medienliebling gegen den einzigen Gegenkandidaten, Wohnungsbauminister Simon Coveney, durch.

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