Neumann tritt als Opel-Chef zurück

Karl-Thomas Neumann Bild AFP

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung zurückgetreten. Neumann, der 2013 ebenfalls von VW nach Rüsselsheim kam, "bleibt Mitglied der Geschäftsführung, bis der Verkauf von Opel/Vauxhall an die PSA-Gruppe abgeschlossen ist.".

Zum Nachfolger wurde der bisherige Finanzchef von Opel, Michael Lohscheller, ernannt. Opel verliere derzeit Marktanteile, habe keine Neuigkeiten und nur wenige Erfolgsmodelle im Programm und müsse nun das überraschende Ausscheiden des Vorstandschefs Neumann organisieren, der auf der Aufsichtsratssitzung am 22. Juni seinen Rückzug offiziell erklären will. Grund sollen Differenzen mit Tavares über das von Neumann formulierte Ziel sein, sämtliche Opel-Modelle von 2030 an als reine Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen.

Sie sind noch kein Abonnent und wollen den Bericht lesen? Der neue Opel-Chef wird der Meldung zufolge der bisherige Finanzchef Michael Lohscheller. Er werde sich zunächst voll auf den Abschluss der Übernahme konzentrieren und dann über seine nächsten persönlichen Schritte entscheiden. Begrüßt wurde die Entscheidung für Lohscheller auch vom Betriebsrat.

Am Freitag hat sich Karl-Thomas Neumann noch ganz den Aufgaben eines Opel-Chefs gewidmet. Doch offenbar hat Neumann Zweifel an diesen Zusagen - oder andere Perspektiven. Trotz jahrelanger Sanierungsbemühungen noch unter der Ägide der bisherigen Opel-Mutter GM hatte Opel 2016 erneut einen Verlust in Höhe von 257 Millionen US-Dollar eingefahren. Opel wird demnach zwar juristisch in den Konzern eingegliedert, soll seine Eigenständigkeit aber bewahren.

Wie die Zeitung weiter berichtete, kommen am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim Sorgen auf, dass die Franzosen sehr zentralistisch führen und direkte Berichtslinien nach Paris einziehen werden. "Ich bin enthusiastisch darüber, zur Wiedergeburt von Opel als nachhaltigem deutschen Unternehmen in der PSA-Gruppe beizutragen", erklärte er zum Wechsel an der Opel-Spitze. Zudem hoffen die Rüsselsheimer, durch die interne Lösung den nahtlosen Übergang des Unternehmens an PSA weiter voranzutreiben. Stattdessen sollen Unternehmensleitung und Führungskräfte binnen 100 Tagen nach der Übernahme der GM-Tochter einen Plan ausarbeiten, "wie Opel aus der Verlustzone herauskommen" kann.

"Er hat für Opel wieder Anerkennung, ein verbessertes Markenimage und ein gestärktes Selbstbewusstsein erreicht", teilte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug mit. Neue Arbeitsplatzgarantien sind von Tavares nicht zu erwarten, wie ein Zitat aus der "FAZ" zeigt: "Da muss man offen und ehrlich sein: Das Einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn". Die Anfang März vereinbarte Übernahme bedarf noch der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden, soll aber in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen.

PSA-Chef Carlos Tavares hatte in einem aktuellen Interview noch einmal seine Vorgabe erneuert, dass Opel spätestens im Jahr 2020 Gewinn machen müsse. Die Beschäftigten sind bis Ende 2018 vor Entlassungen sicher.

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