Air Berlin macht mit getrennten Geschäftsfeldern weiter

Wings Media Crew

Die Pläne eines gemeinsamen Ferienfliegers sind damit wohl vom Tisch. Zugleich kündigten die Araber im Dezember an, für 300 Millionen Euro Niki von Air Berlin zu übernehmen, um Niki in ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ferienflieger des Reisekonzerns Tui einzubringen. Dabei wird auch der Strategiewechsel des Air-Berlin-Großaktionärs Etihad Thema sein, wie ein Tui DE000TUAG000 -Sprecher am Freitag in Hannover sagte. Beide Seiten ließen am Donnerstag offen, woran es lag. Sie ist einerseits mit 29,2 Prozent Großaktionär bei Air Berlin. Und Tuifly muss aus eigener Kraft versuchen, sich im schwierigen Urlaubsgeschäft zu behaupten.

TUI müsse zur Kenntnis nehmen, dass Etihad "offenbar mit Blick auf Investments in Europa, insbesondere Alitalia und Airberlin, neue Pläne verfolgt".

Jetzt wird es eng für die hoch verschuldete Air Berlin: Die Fluggesellschaft hat bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags gestellt.

Die deutsche Nummer eins in Frankfurt signalisierte Interesse, formulierte aber auch klare Bedingungen. Voraussetzung für Garantien sei, dass Air Berlin ein tragfähiges Geschäftsmodell vorlege, sagte eine Sprecherin.

Vorerst solle NIKI weiter als separate Touristik-Sparte der Unternehmensgruppe Air Berlin aktiv sein und sich auf Kurz- und Mittelstreckenflüge für den Reisesektor konzentrieren. Mit ihren 17 Airbus-Maschinen und niedrigen Personalkosten würde sie bestens ins Anforderungsprofil der Lufthansa-Billigplattform Eurowings passen.

Bei Air Berlin geht es drunter und drüber. Noch im April hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Abu Dhabi begleitet, um da auch für eine weitere Annäherung von Etihad und Lufthansa zu werben. Die Ausgründung des Ferienflug-Geschäftes aus der Air Berlin-Gruppe und die Kooperation mit TUI waren bislang zentrale Bausteine für die Sanierung der Fluggesellschaft, die wegen Schulden in Milliardenhöhe und hoher Millionen-Verluste seit Jahren um die Existenz bangt. Immerhin: Für den deutschen Urlauber dürfte all das wenig ändern. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll es sich um 120 Millionen Euro handeln.

Für den deutschen Ferienflieger-Markt könnte die geplatzte Fusion Anstoß zu einem noch größeren Deal werden. "Damit verzettelten die über Jahre ihre Kräfte" sagt der Hamburger Airline-Experte Gerald Wessel, "während Billigflieger wie Ryanair und Easyjet das Preisniveau auf vielen Strecken immer weiter nach unten drückten". Noch fehlt ihnen die geschäftliche Anbindung an touristische Anbieter. Schon 2008 war ein Dreierbündnis aus Tuifly, Condor und Germanwings verhandelt worden, kam aber nicht zustande.

Branchenexperte Thomalla sieht auch für Air Berlin noch eine Überlebenschance - bei einem Schulterschluss mit Lufthansa. Schon jetzt trage die Strategie der Lufthansa Früchte, wie der Abzug von Easyjet aus Hamburg beweise.

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