Was hat Amazon nur vor? US-Riese kauft sich Bio-Supermarkt

Amazon kauft Whole Foods Market für 13,7 Milliarden Dollar

Groß wurde Amazon als Schreck der klassischen Einzelhändler. Die Aktien des niederländischen Lebensmittelkonzerns Ahold Delhaize sackten um knapp zehn Prozent auf 16,69 Euro ab - das war der größte Kurssturz seit neun Jahren. Bereits seit längeren sucht Amazon.com Wege, um die Konkurrenz im stationären und dem Online-Lebensmitteleinzelhandel anzugreifen. Der US-Konzern übernimmt hierfür jetzt die Bio-Kette Whole Foods Market für rund 13,7 Milliarden Dollar. Die Läden sollen unter der bisherigen Marke weiterarbeiten.

Sie betreibt nach jüngsten Zahlen aus dem Frühjahr 461 Lebensmittel-Supermärkte. Das Unternehmen beschäftigt rund 90.000 Mitarbeiter und betreibt mehrere hundert Filialen in den USA, Kanada sowie Großbritannien. Die 1978 gegründete Firma ist auch hochwertige - und entsprechend teure - Lebensmittel spezialisiert. Der Konzern zeigte zuletzt aber immer mehr Interesse am Einstieg in das Geschäft.

Im Gegenzug baute der amerikanische Supermarkt-Riese Wal-Mart immer stärker sein Online-Geschäft aus - und kaufte just am Freitag den Modehändler Bonobos für 310 Millionen Dollar. Amazon bekommt mit dem Zukauf stationäre Ladenlokale in guter Lage in 42 US-Bundesstaaten und könnte damit unter anderem Warenlieferungen beschleunigen und die Kundenbindung verbessern. Die Aktie von Wal-Mart verlor zum US-Handelsstart rund sieben Prozent. In London ging es für Sainsbury, Booker, Morrison und Tesco um je rund drei Prozent nach unten, in den USA verloren die Walmart-Titel fünf Prozent.

Metro-Aktien fielen um 1,6 Prozent auf 28,12 Euro und waren unter den schwächsten Werten im MDax. Nun wird auch befürchtet, dass Amazon.com mit der Übernahme von Whole Foods einen ähnlichen Kurs verfolgt wie auf dem Buchmarkt, welcher viele Ketten und private Buchhändler aus dem Markt drängte. Die Firma hatte sie zuletzt auf rund 3,1 Milliarden Dollar beziffert. In den USA werden gut 97 Prozent der Erlöse erwirtschaftet. Auch der Chef der Kette, John Mackey, bleibe an Bord.

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