Air-Berlin-Chef lotet Bündnis mit Lufthansa aus

Air Berlin

Air Berlin braucht eine neue Strategie für einen Weg aus der Krise. "Denn der Luftverkehr in Deutschland ist durch Überkapazitäten geprägt", sagte Tui-Vorstand Sebastian Ebel laut der Mitteilung. Im Moment wisse niemand, wohin die Reise gehen soll, sagte Verdi-Sekretärin Anja Schlosser.

Für Air Berlin ist es ein schwerer Schlag: Der geplante Ferienflieger mit Maschinen der Tochter Niki und Tuifly kommt nicht zustande.

Die Verhandlungen zwischen TUI und dem Airberlin-Großaktionär Etihad über einen gemeinsamen Ferienflieger sind gescheitert. Air Berlin fliegt seit Jahren Verluste ein, ist mit mehr als einer Milliarde Euro verschuldet und hält sich seit langem nur noch mit Finanzspritzen von Etihad in der Luft. In die neue Airline sollten auch die bereits an Niki übertragenen, touristischen Strecken von Air Berlin einfließen. Seit Wochen berichten empörte Passagiere in den sozialen Netzwerken über ihre Erfahrungen mit Air Berlin: über Verspätungen, ausfallende Flüge, überarbeitetes Personal und über technische Pannen bei der deutschen Airline. Das bestätigte ein Air-Berlin-Sprecher.

Für Air Berlin gibt es damit möglicherweise nur noch die Flucht in die Arme der Deutschen Lufthansa. Keine Airline bietet mehr Langstreckenflüge ab der NRW-Landeshauptstadt an als Air Berlin - Lufthansa scheint bereit, beispielsweise eine Reihe an Direktflügen in die USA zumindest für einige Jahre zu übernehmen. Nun meldete sich zudem die Gewerkschaft ver.di zu Wort und forderte von Air Berlin klare Worte in Bezug auf die "Fortgeltung tariflicher Bestimmungen" für seine Mitarbeiter. Tuifly wird die eigenen Flüge also weiter unabhängig vermarkten, ebenso Air Berlin und Niki, die Ferienflüge seit dem Sommerflugplan quasi gemeinsam abwickeln. 38 Flugzeuge wurden samt Crew an den früheren Erzfeind Lufthansa geleast, der sie bei seinen Töchtern Eurowings und Austrian einsetzt.

Doch die Expansionspolitik von Air Berlin mit dem Kauf der einstigen Deutschen BA und der LTU hatte einen Preis, der sich nun als zu hoch erweist. Die Airline stellte bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags. Unabdingbare Grundvoraussetzung der Entscheidung sei ein "tragfähiges Zukunftskonzept".

Laut Insidern bleibt eine Insolvenz eine Alternative: In der Branche kursiert die Vermutung, dass die Zahlungsunfähigkeit bewusst herbeigeführt werden könnte. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll es sich um 120 Millionen Euro handeln.

Auch Wettbewerbsexperten lehnen Bürgschaften ab - sie würden nur eine falsche Geschäftspolitik und schlechtes Management belohnen. Auch würden laut der Statuten Bürgschaften "in der Regel nur dann übernommen, wenn Sicherheiten nicht in dem erforderlichen Ausmaß zur Verfügung" stünden. Wir erläutern, welche Rolle die Politik und die Lufthansa spielen.

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