Fusion von TUIfly und Niki geplatzt

Die Buchungszahlen sind stabil

Gesucht wird nun auch Hilfe aus der Politik.

Der Bund schaltet sich in das Verfahren für mögliche Staatshilfen für Air Berlin ein: Gemeinsam mit Berlin und Nordrhein-Westfallen will das Bundeswirtschaftsministerium die gestellten Anträge prüfen. Das Unternehmen selber müsse jedoch seine Hausaufgaben machen und den Flugbetrieb wieder stabilisieren, um verlorengegangenes Vertrauen der Kunden wieder zurückzugewinnen. Die Fusion von dessen Airline-Tochter TUIfly mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki ist somit geplatzt.

"Im Dezember 2016 kündigte Air Berlin an, dass sie mit der Etihad Investment Company LLC eine Übereinkunft getroffen hat, sämtliche von ihr indirekt an der Niki Luftfahrt GmbH gehaltenen Anteile zu veräußern". Der Deal, der eigentlich bis zum Beginn des Sommerflugplans im April abgeschlossen werden sollte, scheiterte jedoch bislang an ausstehenden behördlichen Genehmigungen.

Air Berlin war mal ein stolzer Ferienflieger, mit einem täglichen Mallorca-Shuttle von Berlin, Düsseldorf und Paderborn, mit Verbindungen in europäische Großstädte, mit etlichen Zukäufen, mit Börsennotierung. Dabei kommt es immer wieder zu Verspätungen und Flugausfällen. Ein Teil von Air Berlin ist seit Februar bereits für die Lufthansa unterwegs.

Deshalb gilt das Risiko als hoch, dass im Falle staatlicher Bürgschaften bei einer Pleite auch der Steuerzahler für die Fehler der Airline zahlen muss.

"Strategisch macht eine starke europäische Touristik-Airline weiter sehr viel Sinn, denn der Luftverkehr in Deutschland ist durch Überkapazitäten geprägt", erklärte Tui-Vorstandsmitglied Sebastian Ebel. Ziel der Gespräche war die Gründung einer gemeinsamen Airline mit Sitz in Wien.

Ihnen sollen bei einer Mitarbeiterversammlung am Donnerstagnachmittag in Hannover weitere Informationen zu den Plänen des Konzerns für eine Neu-Positionierung der konzerneigenen Tuifly mitgeteilt werden.

"Wir müssen 2017 einen Partner finden, und die Lufthansa ist einer von einigen möglichen", sagte der Manager der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag). Der touristische Markt biete großes Potenzial - was man allein daran erkennen könne, dass andere Fluggesellschaften wie Eurowings oder Ryanair in dieses Marktsegment vorstießen.

Das Touristikgeschäft von Air Berlin werde nun in einem separaten Geschäftsbereich unter der Marke Niki durchgeführt. Zu gegebener Zeit wollen Etihad und Air Berlin weitere Details zu dem Verkauf mitteilen. Wie es nach der Übernahme mit Niki weitergehen wird, ließ Etihad offen.

Die Transaktion sollte der zweitgrößten deutschen Airline auch finanziell kurzfristig wieder einmal aus der Patsche helfen: Ein Teil von Niki wurde schon zum Jahreswechsel für 300 Mio. Dann würde Air Berlin wohl zerschlagen, die Lufthansa hätte leichtes Spiel und könnte Flugzeuge inklusive Crews übernehmen und in ihre Billigflugsparte integrieren. Man sei an den Verhandlungen mit Tui nicht beteiligt gewesen.

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