Grüne starten Programm-Parteitag: "Denken für das ganze Land"

Die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Simone Peter besichtigt die Aufbauarbeiten für den Grünen-Bundesparteitag im Velodrom in Berlin

Die rund 850 Delegierten wollen auf dem dreitägigen Treffen ihr Programm für die Bundestagswahl beschließen.

Katrin Göring-Eckardt, die mit Özdemir das Spitzenkandidaten-Duo bildet, forderte die Partei zur Geschlossenheit auf: "Da muss der Parteitag am Wochenende die Wende bringen".

Die Grünen-Spitzenkandidatin in Schleswig-Holstein, Monika Heinold, verteidigte ausdrücklich die in dem Bundesland geplante Jamaika-Koalition.

In Umfragen liegen die Grünen derzeit bei sieben bis acht Prozent - also noch hinter dem als enttäuschend empfunden Wahlergebnis von 2013, als sie nach Debatten um "Veggie-Day" und Pädophilie 8,4 Prozent holten. Und nun der Absturz. Warum diese Wähler aber nicht zurückkamen, seit Schulz' SPD wieder in die mittleren 20er-Prozentpunkte abgesackt ist, das kann keiner so recht erklären.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann warnt die Partei vor zu viel Nähe zur Union im Wahlkampf. Er hat die Grünen vor deren Parteitag vor einem "Wahlprogramm voller Verbote und Gebote" gewarnt. "Verbissenheit ist nicht sympathisch", sagte Oppermann unserer Redaktion. "Ab September soll an uns Grünen kein Weg mehr vorbeiführen". Viele Menschen könnten es sich "einfach nicht leisten, jeden Tag im Bio-Markt einzukaufen".

Özdemir sagte, wer angesichts der Klimaerwärmung seine Hoffnung alleine auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setze, "sollte sich lieber eine Schwimmweste zulegen", Merkels Klimaschutz sei rein taktisch und handwerklich schlecht gemacht. "Wir kämpfen - wie jede andere Partei auch - um möglichst viele Stimmen für die SPD".

Mit klaren Positionen zu Klimaschutz, Integration und Europa wollen die Grünen nach der Bundestagswahl im September mitregieren.

Geht der SPD gerade ein wichtiger Mehrheitsbeschaffer flöten? Die Partei hält sich alle Regierungsoptionen offen. Klar ist wohl auch: Die Reden mit der größten Beachtung werden nicht die ratlos wirkenden Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir halten, sondern Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck - oder auch der Alt-Linke Jürgen Trittin und Realo Boris Palmer.

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